Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Mitteldeutschland Tillich: Mit Geld allein kann man nicht alles lösen
Region Mitteldeutschland Tillich: Mit Geld allein kann man nicht alles lösen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:57 04.01.2017
Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) Quelle: dpa
Anzeige
Dresden

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) appelliert an den Zusammenhalt zwischen Ost und West. „Es braucht ein Zusammenhaltsgefühl. Wenn es unterschiedliche Bedingungen gibt, ist der Zusammenhalt schwieriger“, sagte er im Interview der Deutschen Presse-Agentur. Darin äußert er sich unter anderem auch zum Populismus und Schlussfolgerungen für die Union.

Gibt es gut 26 Jahre nach der Einheit ein Gefühl der Entsolidarisierung?

So hart würde ich es nicht formulieren. Ich würde eher sagen, wir haben eine Situation, in der viele glauben, das werde sich schon von selber richten. Mit Geld alleine kann man aber nicht alles lösen. Es braucht ein Zusammenhaltsgefühl. Wenn es unterschiedliche Bedingungen gibt, ist der Zusammenhalt schwieriger. Es geht nicht darum, den anderen etwas wegzunehmen. Doch man nimmt die nach wie vor existierenden Unterschiede zwischen Ost und West nicht mehr wahr. Viele glauben, eine dreispurige Autobahn wäre die Lösung des Problems. Die ist es aber nicht. Wir müssen auch das wahrnehmen, was noch nicht in Ordnung ist.

Ist jetzt mit der Neuregelung der Bund-Länder-Finanzbeziehungen alles geregelt?

Das ist für mich der größte Erfolg des letzten Jahres. Wir sind in der deutsch-deutschen Realität angekommen. Wir sind jetzt Teil des gesamtdeutschen Finanz- und Steuersystems.

Was bedeutet es für eine Partei wie die CDU, wenn der Populismus stärker wird?

Es gibt ein Defizit zwischen Ankündigung und Einlösen. Die Leute wollen, dass das Recht durchgesetzt wird. Wenn das nicht erfolgt, entsteht Frust. Es gibt Menschen, die keiner Partei mehr eine Problemlösungskompetenz zugestehen. Die Politik muss Vertrauen zurückgewinnen. Zum Beispiel auch bei der Frage, wie sollen die Alterssicherungssysteme der Zukunft aussehen. Jeder redet über die demografische Entwicklung. Jeder weiß, dass die Menschen immer älter werden und immer länger Geld aus diesem System beziehen. Und jeder weiß auch, dass es immer weniger junge Beitragszahler gibt. Da fragen sich alle: Wie sieht meine Zukunft aus?

Bundeskanzlerin Angela Merkel wird vorgeworfen, eine Sozialdemokratisierung der CDU vorzunehmen? Reicht die CSU als Korrektiv aus oder muss die CDU mehr nach rechts?
Wer sich als Volkspartei definiert, muss alle Bereiche abdecken und auch alle Strömungen innerhalb der Partei abbilden. Die Chance besteht darin, solche Positionen zu besetzen und nicht anderen zu überlassen. Ein Zusammenrücken von Sozialdemokraten und Christdemokraten, sich in der Mitte zu treffen, ist die falsche Lösung.

Zur Person:

Stanislaw Tillich ist seit Mai 2008 im Amt und damit der dienstälteste Ministerpräsident Deutschlands. 1959 in Neudörfel in der Oberlausitz geboren, ist der Sorbe und praktizierende Katholik seit 2008 auch Vorsitzender der sächsischen CDU. Der Diplomingenieur ist verheiratet und hat zwei Kinder.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Sachsens Rettungsdiensten geht das Personal aus: Allein beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) fehlen Dutzende Einsatzkräfte, die im Ernstfall Leben retten können. Und weiter: „Der Arbeitsmarkt für ausgebildetes Rettungsdienstpersonal ist weitgehend leer und ein Ende dieser Negativspirale derzeit nicht in Sicht“, warnt das DRK.

04.01.2017

Die Messestadt ist am Mittwochmorgen weitgehend von Schnee, Glätte und Sturm verschont geblieben. Der ADAC vermeldete bis 13 Uhr insgesamt 36 Einsätze in Leipzig und Umgebung.

04.01.2017

6104 geflüchtete Menschen haben im Dezember 2016 in Sachsen eine Arbeit gesucht. Viele von ihnen müssen schnell Geld verdienen, um ihre oft irre teure Flucht zu bezahlen. Doch ihre Chancen am Arbeitsmarkt sind minimal, denn über 60 Prozent von ihnen haben keinen Berufsabschluss.

11.01.2017
Anzeige