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Mitteldeutschland Immer mehr Sachsen beantragen Elterngeld Plus
Region Mitteldeutschland Immer mehr Sachsen beantragen Elterngeld Plus
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11:24 22.02.2018
Das Elterngeld Plus wird von Eltern in Mitteldeutschland gut angenommen – Thüringen ist sogar bundesweiter Spitzenreiter. Es soll es Eltern erleichtern, ihre Kinder zuhause zu betreuen und gleichzeitig leichter langsam in den Beruf einzusteigen. (Symbolfoto)  Quelle: Foto: Frank Leonhardt/dpa
Leipzig

 Die Nachfrage nach Elterngeld Plus hat sich seit seiner Einführung 2015 mehr als verdoppelt. Das ergibt eine Studie des Bundesfamilienministeriums. In Sachsen beziehen demnach 28,7 Prozent aller Eltern, die Elterngeld bekommen, das Elterngeld Plus. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 28 Prozent, vor zweieinhalb Jahren waren es noch 13,8 Prozent. Thüringen ist sogar bundesweiter Spitzenreiter: Dort beanspruchen 38,5 Prozent der Eltern Elterngeld Plus, in Sachsen-Anhalt sind es 26,4 Prozent.

Seit dem dritten Quartal 2015 gibt es das Elterngeld Plus. Das Prinzip ist einfach: Eltern, die nach der Geburt des Kindes Teilzeit arbeiten, können die Bezugszeit des Elterngeldes verlängern. Aus einem Elterngeldmonat werden zwei Elterngeld-Plus-Monate. Dafür bekommen Bezieher des Angebots nur halb so viel Geld monatlich, maximal 900 Euro.

Mehr Zeit für die Kinder wegen Elterngeld Plus

Arbeiten beide Elternteile für 25 bis 30 Wochenstunden in Teilzeit, können sie den sogenannten Partnerschaftsbonus beanspruchen und erhalten das Elterngeld Plus für vier zusätzliche Monate. In Sachsen nutzen 7,5 Prozent aller Beziehenden von Elterngeld Plus den Bonus, bundesweit sind es 5,4 Prozent.

Bundesfamilienministerin Katharina Barley (SPD) bewertet das Elterngeld Plus als „vollen Erfolg“. Der Partnerschaftsbonus ermutige Eltern zudem, die Zeit für Familie und Beruf gleichmäßig zwischen Vater und Mutter aufzuteilen, so Barley. So könnten Frauen wieder stärker in den Beruf einsteigen.

Die Befragten freuten sich vor allem darüber, durch das Elterngeld Plus mehr Zeit für ihre Kinder zu haben und gleichzeitig bereits während des Bezugs leichter wieder arbeiten zu können, erklärt Wilhelm Haumann vom Institut für Demoskopie Allensbach. Dieses führte die Studie im Auftrag des Familienministeriums durch.

Mütter beziehen länger Elterngeld als Väter

Den Wunsch, sich Zeit für die kleinen Kinder zu nehmen und gleichzeitig zu arbeiten, versteht Barley. „Wir müssen die Wünsche der Mütter und Väter weiterhin im Blick behalten“, sagt sie. Es werde darauf ankommen, Müttern und „verstärkt auch Vätern“ Zeit für Familie und Beruf sowie für eine partnerschaftliche Aufgabenteilung zu geben.

Momentan beziehen Mütter noch länger Elterngeld Plus als Väter. In Sachsen nehmen Frauen die Unterstützung durchschnittlich 18 Monate in Anspruch, Männer sechs Monate. Bundesweit sind Mütter mit Elterngeld Plus im Schnitt 19,7 Monate im Bezug und Väter 7,4 Monate.

Dass Eltern in Sachsen wie auch in den anderen östlichen Bundesländern das Elterngeld Plus kürzer beziehen als die Eltern im Westen, kenne man schon aus Umfragen zum jetzigen Basis-Elterngeld, sagt Haumann. Er nennt dafür drei Hauptmotive: „Die langfristig eingeprägten Muster kurzer Elternzeiten im Osten, die eher gleiche Aufgabenteilung der dortigen Paare sowie die im Durchschnitt noch etwas besseren Betreuungsmöglichkeiten. Mütter haben im Osten nicht ganz so viele Schwierigkeiten, wenn sie berufstätig sein wollen“, sagt er.

Daher sei es interessant, dass im Osten „ein praktisch ebenso großer Anteil der Eltern vom Elterngeld Plus Gebrauch macht wie im Westen“, sagt Haumann.

Von Sophie Aschenbrenner

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