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Mitteldeutschland Thüringen-Prognose: Starke CDU-Verluste, Rot-Rot-Grün ohne Mehrheit
Region Mitteldeutschland Thüringen-Prognose: Starke CDU-Verluste, Rot-Rot-Grün ohne Mehrheit
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16:18 12.01.2019
CDU-Fraktionschef Mike Mohring (links im Bild) müsste nach aktuellen Prognosen Verluste für seine Partei hinnehmen. (Archivfoto) Quelle: dpa
Erfurt

Bei der Thüringer Landtagswahl wird es so eng wie noch nie werden: Eine neue Analyse der Meinungsforscher von Wahlkreisprognose.de, die der OVZ exklusiv vorliegt, sieht aktuell keine Mehrheit für das regierende rot-rot-grüne Bündnis – aber auch die CDU muss mit erheblichen Verlusten rechnen. „In Thüringen gibt es vielerorts noch einen Bonus für die CDU, doch der Vorsprung in den Wahlkreisen schrumpft“, erklärt Meinungsforscher Valentin Blumert.

Dagegen kann die AfD im Vergleich zur Landtagswahl von 2014 deutlich zulegen. Doch obwohl die AfD Gewinnchancen in etwa drei Viertel aller Wahlkreise hat, bleiben die Rechtspopulisten in Thüringen aber weit hinter den Rekordwerten in anderen Ost-Bundesländern wie zum Beispiel Sachsen zurück. Leicht verbessern können sich SPD und Grüne. Ein eindeutiges Regierungsbündnis zeichnet sich gegenwärtig allerdings nicht ab – das Schmieden einer Koalition würde sich zum jetzigen Zeitpunkt als hoch kompliziert erweisen.

Wahlkreisprognose für Thüringen (Grafik: Patrick Moye)

Die Landtagswahl findet am 27. Oktober 2019 statt. Die Prognose hat bereits den Neuzuschnitt der nun 44 Wahlkreis berücksichtigt. Die vorliegenden Werte wurden für die Erststimmen erhoben – also für alle potenziellen Direktkandidaten. Dabei wird nicht nur Platz 1 eingerechnet, sondern auch jeweils der Abstand zwischen den Platzierten. Die Unterschiede zu den Zweitstimmen, mit denen in Thüringen die einzelnen Parteien gewählt werden, sind erfahrungsgemäß nur marginal und bewegen sich bei ein bis zwei Prozentpunkten.

Im landesweiten Erststimmentrend – also der Hochrechnung aller Direktkandidaten-Resultate in den Wahlkreisen – bleibt die CDU in Thüringen mit 26,5 Prozent zwar stärkste Kraft. Allerdings verbucht die Union von Parteichef Mike Mohring im Vergleich zu 2014 Einbußen von elf Prozent. Auch die Linke verschlechtert sich deutlich. Die Partei von Ministerpräsident Bodo Ramelow kommt nur noch auf 21 Prozent (minus 8,4 Prozent) der Erststimmen. Inzwischen ist die AfD mit 22,5 Prozent vorbeigezogen und hat damit ihre Werte mehr als verdoppelt. Dahinter folgen SPD (14,5), Grüne (6,5) und FDP (4,5).

Auffällig ist bei der Thüringen-Prognose, dass die AfD vor allem im Osten des Freistaates punkten kann und mittlerweile in elf Wahlkreisen knapp vorn liegt, dazu in einem weiteren (Ilm-Kreis II) sogar deutlich. Bemerkenswert ist auch die Stärke in Gera und Erfurt-Nord. Nur in neun der 44 Wahlkreise liegt die CDU noch mit Abstand an erster Stelle, meist im westlichen Thüringen. Während die SPD nach wie vor im Wahlkreis Gotha II auf dem Spitzenplatz ist, liegen die Schwerpunkte der Linken vor allem in den Städten Erfurt, Jena, Nordhausen und Suhl.

Das Team von Wahlkreisprognose.de hat ein eigenes Berechnungsverfahren entwickelt, das 2017 gestartet ist. Neben demoskopischen Trends, sozialen Daten und historischen Wahlergebnissen werden auch Extra-Ergebnisse von Meinungsforschungsinstituten berücksichtigt. Bei den jüngsten Landtagswahlen in Bayern und Hessen lag die Treffsicherheit zuletzt bei fast 97 Prozent.

Mehr zur Wahlprognose: www.wahlkreisprognose.de

Von Andreas Debski

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