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Mitteldeutschland TV-Duell Merkel-Steinbrück: Dresdner Politiker loben ihre Kandidaten
Region Mitteldeutschland TV-Duell Merkel-Steinbrück: Dresdner Politiker loben ihre Kandidaten
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18:17 09.09.2015
Bundeskanzlerin Angela Merkel und der SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück im Fernsehstudio in Berlin-Adlershof. Quelle: ARD/Max Kohr
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Beide Seiten erhoffen sich positive Auswirkungen für ihren Wahlkampf.

„Ich habe das Duell im Rosengarten beim Public Viewing gemeinsam mit 180 anderen Leuten aller Altersgruppen angesehen“, sagt SPD-Kandidatin Ines Vogel am Morgen gegenüber DNN-Online. Ihrer Meinung nach sei es Steinbrück mit dem Rededuell gelungen, den Rückstand, den er in Umfragen noch hat, aufzuholen. „Ich erwarte, dass sich der Wind jetzt dreht“, so Vogel, die gemeinsam mit anderen SPD-Mitstreitern gleich am Montag ab 7 Uhr in Strehlen, Plauen, Pieschen und der Neustadt unterwegs war, um mit den Menschen über das Duell zu sprechen und Flyer zu verteilen.

Gefallen hat der 32-jährigen Politikerin vor allem, dass Steinbrück sehr präzise war. „Steinbrück hat genau gesagt, was er gegen die steigenden Strompreise oder die unfaire Bezahlung von Arbeit tun möchte, während Angela Merkel recht wolkig geblieben ist“, betont Vogel.

Ähnlich sieht das auch der zweite Dresdner SPD-Direktkandidat Thomas Blümel. „Nach Angaben einer ARD-Umfrage hat Steinbrück die Mehrheit der Unentschlossenen überzeugt. Für uns ist das Motivation, noch einmal Gast zu geben.“ Viele Menschen, mit denen er das Duell gesehen hat, seien zudem überrascht gewesen, wie sympathisch der oft als unnahbar verschriene Kandidat auf einmal wirkte, so Blümel. Dass der Wahlkampf langweilig ist und die Menschen nichts über die Positionen der Parteien wissen möchten, kann er nicht bestätigen. „90 Prozent der Menschen, die ich treffe, sind nicht politikverdrossen. Sie möchten Antworten zu Themen wie Rente und Mindestlohn haben, weil sie selbst betroffen sind.“

Ganz anderer Meinung ist hingegen der CDU-Bundestagskandidat Arnold Vaatz, der im Wahlkreis Dresden II sein Mandat verteidigen will. Steinbrück habe auf ihn verkrampft gewirkt. Die Antworten des Herausforderers seien „sehr einstudiert“ gewesen. Die Kanzlerin habe hingegen viel gelassener sachlicher und konsequenter argumentiert. „Ich fand die Debatte unterhaltsamer als 2009“, urteilt Vaatz. Die Fragen seien etwas frecher gewesen. Überrascht hätte ihn nichts. „Die politischen Inhalte beider Seiten sind ja bekannt“, so der Bundestagsabgeordnete. Was ihn besonders freute: Die Schlagfertigkeit der Kanzlerin im Umgang mit den vier Fragestellern. „Der Abend hat uns sehr optimistisch gestimmt“, sagte Vaatz.

Eine souveräne Kanzlerin erlebte auch sein Parteifreund Andreas Lämmel. „Angela Merkel ist ruhig und sympathisch aufgetreten und hat damit ihre Positionen als Kanzlerin und Kandidatin gestärkt“, betonte der Dresdner Bundestagabgeordnete. Peer Steinbrück erkannte er hingegen kaum wieder. „Es schien mir so, als ob Peer Steinbrück seine Antworten vorher auswendig gelernt hat. Das ist eigentlich gar nicht sein Redestil. Mir kam das ein wenig komisch vor“, sagte Lämmel. Obwohl er die Kanzlerin überzeugend fand, ist er sich jedoch nicht sicher, ob sich das Duell auf die Wahlentscheidung der Wähler auswirkt. „Ich denke zwar, dass es positiv ist, wenn man mit diesem Format beispielsweise junge Wähler erreicht, die sich sonst nicht in jedem Fall für Politik interessieren. Allerdings bin ich im Zweifel, ob sich das Fernsehduell tatsächlich in Stimmen niederschlägt.“

STH / sl

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