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Mitteldeutschland Synode vertagt Gesetz
Region Mitteldeutschland Synode vertagt Gesetz
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15:53 03.04.2017
Das Änderungsgesetz bezüglich der Kirchgemeinden in Sachsen wird zurückgestellt. Laut dem Präsidenten der Landessynode Sachsen, Otto Guse, sollen die Wünsche der Gemeinden bei der Umsetzung stärker berücksichtigt werden. Quelle: dpa/ Zentralbild

In der sächsischen Landeskirche wird wieder heiß über die Strukturreform diskutiert. Die Synode musste bei ihrer Frühjahrstagung ein Änderungsgesetz bezüglich der Kirchgemeinden zurückstellen - nach heftiger Debatte. Die Vorlage wurde weder beraten noch beschlossen. „Wir wollen den Gemeinden Zeit geben“, sagte Präsident Otto Guse am Montag in Dresden. Es gehe darum zu sondieren, welche Probleme bestehen, und wie Wünsche von Gemeinden bei der Umsetzung berücksichtigt werden könnten.

Beim Kirchenparlament gingen rund 40 Eingaben dazu ein, am Sonntag hatten Vertreter von Kirchgemeinden gegen Zusammenschlüsse von Gemeinden und den Wegfall von Pfarrstellen protestiert und in einer Petition die Aussetzung der Strukturreform gefordert. „Es gibt Angst, die Selbstständigkeit zu verlieren“, erklärte Guse. Sie und die Kirchenbezirke sollen nun gehört werden und das Landeskirchenamt nacharbeiten. Im Frühjahr 2018 wird erneut beraten.

Auch das Gesetz zum Zusammenschluss der Kirchenbezirke Auerbach und Plauen zum 1. Januar 2019 wurde abgelehnt. Seit Ende der 1990er Jahre passt die Landeskirche ihre Struktur der demografischen Entwicklung an. Bis 2019 sollte die Reform auf Ebene der Kirchgemeinden vollzogen werden. Die Spanne der Reaktionen reicht von „Liebesheirat“ bis Widerstand. „Den müssen wir überwinden“, sagte Guse mit Blick in die Zukunft. Denn die Landeskirche verliere bis zu 13 000 Mitglieder und zehn Dreiergespanne aus Pfarrer, Gemeindepädagoge und Kirchenmusiker pro Jahr. Laut Prognose wird die Gesamtzahl bis 2040 auf 415 990 sinken - von derzeit 727 880.

Die Synode beauftragte zudem die Landeskirche, auf die Aussetzung der Abschiebungen nach Afghanistan hinzuwirken. „Nach allen uns zugänglichen Informationsquellen ist es dort nicht sicher“, sagte Barbara Lötzsch vom sozialethischen Ausschuss.

dpa

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