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Mitteldeutschland Stiftungschef fordert schnelle Ermittlungen gegen ehemalige SS-Männer
Region Mitteldeutschland Stiftungschef fordert schnelle Ermittlungen gegen ehemalige SS-Männer
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14:50 23.02.2018
Der Stiftungschef der Gedenkstätten Buchenwald und und Mittelbau-Dora fordert schnelle Ermittlungen gegen ehemalige SS-Männer (Symbolbild). Quelle: dpa
Weimar

„Das Verschleppen gehört zur schlechten Vorgeschichte“, sagte Volkhard Knigge, Direktor der Thüringer Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, dem MDR. „Mit dieser Tradition muss man brechen – nicht nur, weil die Menschen alt sind“, erklärte der Gedenkstättenleiter. Im ehemaligen KZ Buchenwald und dessen Außenlagern arbeiteten nach den Angaben von Knigge etwa 9000 SS-Männer und Aufseher. „Von diesen Menschen sind nur 95 angeklagt worden, und es ist zwischen 1945 bis in die neunziger Jahre nur zu 59 Verfahren gekommen.“

Ausgangspunkt der aktuellen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Erfurt sind Recherchen der Zentralen Stelle zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen. Gegenwärtig wird gegen fünf ehemalige SS-Wachmänner wegen Beihilfe zum Mord ermittelt. Die Fälle würden aufgrund des hohen Alters der Beschuldigten – alle seien älter als 90 Jahre – priorisiert bearbeitet, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Der Leiter der Zentralen Stelle, Jens Rommel, hatte als Einsatzzeit der Beschuldigten die „Spätphase“ von Buchenwald 1944/45 angegeben.

Das KZ auf dem Ettersberg wurde 1937 errichtet. Laut den neuesten Erkenntnissen waren im Lager bis zur Befreiung am 11. April 1945 fast 280 000 Menschen inhaftiert. Die SS zwang die Häftlinge zur Arbeit für die Rüstungsindustrie. Mehr als 56 000 Menschen starben an Folter, medizinischen Experimenten und Auszehrung. Jährlich werden in der KZ-Gedenkstätte etwa 500 000 Besucher gezählt.

Marie Frec

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