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Starke Verbundenheit der Kamenzer Jugend mit dem Forstfest macht Regeländerungen nötig

Mittendrin statt nur am Rande Starke Verbundenheit der Kamenzer Jugend mit dem Forstfest macht Regeländerungen nötig

Da sage noch einer, die Jugend interessiert sich für nichts mehr außer für ihre Smartphones: In Kamenz müssen aufgrund des unerwartet großen Engagements junger Leute uralte Traditionen im Rahmen des Forstfestes gebrochen werden.

Vielfarbig geschmückt ziehen die Schüler in den Forst. Auch die sorbische Fahne ist mit dabei.

Quelle: Uwe Menschner

Kamenz. Da sage noch einer, die Jugend interessiert sich für nichts mehr außer für ihre Smartphones: In Kamenz müssen aufgrund des unerwartet großen Engagements junger Leute uralte Traditionen im Rahmen des Forstfestes vom 18. bis 24. August gebrochen werden. „Eigentlich endet die Beteiligung der Schüler an den Umzügen mit der achten Klasse“, erläutert Volker Schmidt, Vorsitzender des Festfördervereins, das ungewöhnliche „Verhängnis.“ In dieser Jahrgangsstufe kommt den „nicht-mehr-Kindern-und-noch-nicht-Erwachsenen“ traditionell ein besonderes Privileg zu: Sie dürfen die Fahnengruppen, die so genannten „Sterne“, bilden, welche die einzelnen Klassenverbände voneinander trennen und somit den Festzug strukturieren. Dies geht auf Zeiten zurück, in denen die Schule in der Regel nach acht Jahren beendet war.

In diesem Jahr ist das anders. „Viele Schüler der neunten, zehnten und elften Klassen haben den Wunsch geäußert, erneut am Forstfest mitwirken zu dürfen. Daher bilden sie in diesem Jahr die Sterne; die Achtklässler reihen sich als 15. und 16. Abteilung in den Festzug ein.“ Für Volker Schmidt und seine Mitstreiter im Festkomitee sicher keine leichte Entscheidung. Zumal die 8. Klassen auch Klassenfahnen benötigen, die neu angefertigt werden müssen. Für dieses Jahr rechnet der frühere Schulleiter der 1. Mittelschule mit der hohen Teilnehmerzahl von 1400 Schülern, was auch dem Umstand geschuldet ist, dass das Forstfest erneut nicht während der Sommerferien stattfindet.

Die „Einreihung“ der Achtklässler und die Teilnahme ihrer etwas älteren Schulkameraden bildet aber nur ein Novum. Ein weiteres betrifft die Einbeziehung der bislang freien Tage in die Eintrittspflicht. Diese gilt nunmehr auch für den Donnerstag und den Freitag. Entsprechend erhöht sich der Preis für das Wochenpaket um einen Euro; die Tagespreise bleiben gleich. „Diese Maßnahmen wurden aufgrund erhöhter Sicherheitsauflagen nötig“, wirbt Volker Schmidt für Verständnis. Wichtig zu wissen: Um Missbrauch zu verhindern, können ermäßigte Wochenpakete nur direkt an den Kassen im Forst erworben werden.

An den grundlegenden Abläufen des Forstfestes, die 1844 durch den Schuldirektor Leuner festgelegt und seitdem beibehalten wurden, ändert sich nichts. So ist auch in diesem Jahr der Sonntag (20. August) wieder der Tag der Schützen mit den beliebten Adlerschießen der Vereine und der Bürger. Am Montag (21. August) ziehen die Kamenzer Schüler ab 13 Uhr in den Forst, so wie sie einst auszogen, um die anrückenden Hussiten zu besänftigen. Geturnt wird am Dienstag (22. August), und der Mittwoch (23. August) steht im Zeichen der Lehrer. An diesem Tag findet auch um 21.30 Uhr das große Höhenfeuerwerk statt. Am Donnerstag (24. August) endet alles mit dem Rückzug in die festlich erleuchtete Stadt ab 20.30 Uhr. Möglichst viele Helfer werden wie in jedem Jahr für das Winden der Ranken zum Schmuck des Rathauses benötigt, das traditionell am Mittwoch vor dem Fest (16. August) ab 9. Uhr auf dem Marktplatz stattfindet.

Von Uwe Menschner

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