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Mitteldeutschland Stange verspricht Gelder für Integration von Flüchtlingen an sächsischen Hochschulen
Region Mitteldeutschland Stange verspricht Gelder für Integration von Flüchtlingen an sächsischen Hochschulen
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16:35 01.02.2016
Wissenschaftsministerin Stange und TU-Rektor Müller-Steinhagen Quelle: Hauke Heuer
Dresden

Die Flüchtlingskrise stellt nicht nur die sachsischen Behörden und Gemeinden vor neue Herausforderungen, auch die Hochschulen sehen sich mit einer zunehmenden Zahl von Flüchtlingen konfrontiert, die ein Studium aufnehmen wollen, aber denen oft die nötigen Nachweise oder Sprachkenntnisse fehlen. So entsteht ein nicht unwesentlich höherer Verwaltungsaufwand – insbesondere in der Studienberatung. In einer gemeinsamen Pressekonferenz stellte Sachsens Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD), TU-Rektor Hans Müller-Steinhagen als Vertreter der Hochschulen und Eileen Mägel von der Palucca Hochschule, in Vertretung für alle sächsischen Kunsthochschulen, für die Integration an Hochschulen zusätzliche Mittel in Aussicht – konkrete Angaben über den Umfang wurden allerdings nicht gemacht.

„Je mehr es uns gelingt, die höher qualifizierten Flüchtlinge in Sachsen zu halten, umso mehr gewinnen wir“, formulierte Stange gleich zu Beginn der Pressekonferenz den Anspruch, den sie sich als Wissenschaftsministerin in der Flüchtlingsfrage auf die Fahnen schreibt. Die Qualifizierten sollten möglichst motiviert werden, in Sachsen zu bleiben, zu studieren und nicht etwa westdeutsche Städte wie nach Frankfurt abzuwandern, wo es beispielsweise bereits syrische Gemeinschaften gäbe, so Stange.

Rektor Müller-Steinhagen umriss die aktuelle Lage an seiner Hochschule, der TU-Dresden. Einschränkungen und Mehrbelastungen im Rahmen der Flüchtlingskrise entstünden vor allem durch den Verlust der Turnhallen an der Nöthnitzer Straße, die derzeit als Flüchtlingsunterkünfte genutzt werden, und das zu großen Teilen auch private Engagement der Studenten und Mitarbeiter. Darüber hinaus würden Flüchtlinge seit vergangenem Jahr verstärkt die Studienberatung aufsuchen, um sich über eine Ausbildung zu informieren. „Teilweise sind die für die Zulassung erforderlichen Nachweise, die die Studenten erbringen müssen, nur als Kopie und nicht in der erforderlichen Originalfassung vorhanden – hier drücken wir im Rahmen der Gesetze auch mal ein Auge zu“, erklärt Steinhagen. Darüber hinaus seien die Eigenheiten des deutschen Bildungssystems, etwa die Trennung zwischen Lehr- und Studienberufen, oft nicht bekannt, was Aufklärung nötig mache, fügt Stange hinzu. „Wenn sich heute Menschen aus dem Ausland um ein Studium an einer sächsischen Universität bewerben, reichen sie alle Unterlagen online ein und die Anträge werden zu großen Teilen automatisiert bearbeitet – der Verwaltungsaufwand bei Flüchtlingen ist wesentlich größer“, erklärt Steinhagen.

Die größte Barriere für Flüchtlinge, ein Studium aufzunehmen, sei jedoch die Sprache, stellt der Rektor klar. Derzeit besitzen 53 Studenten in Sachsen und 33 an der TU-Dresden einen Ausweis, der sie als Gasthörer ausweist. Den meisten interessierten Flüchtlingen fehle für die Aufnahme eines Studiums die nötigen sprachlichen Qualifikationen, die sie erst langwierig erlangen müssten, so Steinhagen. Durch den Gasthörerstatus könnten sie bereits Vorarbeit für ein Studium leisten und dem Nichtstun in den Asylbewerberheimen entkommen.

Dass allerdings sich derzeit wenige Flüchtlinge für die Aufnahme eine Studiums entscheiden, zeigen nicht nur die wenigen ausgestellten Gasthörerausweise. Nur sechs Flüchtlinge haben sich derzeit in Sachsen regulär für ein Studium angemeldet. Doch Wissenschaftsministerin Stange rechnet damit, dass sich diese Zahl bald erhöhen könnte. „Frühestens im Herbst dieses Jahres, spätestens im kommenden Jahr schließen viele Flüchtlinge ihre Deutschkurse ab und werden sich an die Universitäten wenden“, erklärt Stange, die frühzeitige Weichenstellung.

Die Unwissenheit darüber was kommen mag, aber auch die noch anstehenden Verhandlungen mit Finanzminister Georg Unland (CDU) zur Sache, scheinen der Grund dafür zu sein, dass sich die Ministerin noch auf keinen Betrag festlegen will, der den Hochschulen zur freien Verfügung bereitgestellt wird. „Nordrhein-Westfalen hat drei Millionen Euro beschlossen – nur, um mal eine Zahl zu nennen“, reagiert die Ministerin auf wiederholte Nachfragen.

Wie sehr die Integration in eine Hochschule einem Flüchtling helfen kann, zeigt ein Beispiel von dem Eileen Mägel aus der Palucca Hochschule für Tanz in Dresden berichtet: Während einer Veranstaltung für Flüchtlinge fiel den Pädagogen das Tanztalent eines syrischen Mannes ins Auge. Jetzt ist der 23-jährige Gasthörer an der Palucca-Schule. Bald soll er ein Studium der Tanzpädagogik aufnehmen – eine echte Perspektive.

Von Hauke Heuer

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