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Mitteldeutschland Spargelernte beginnt früher
Region Mitteldeutschland Spargelernte beginnt früher
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09:24 08.04.2017
Symbolbild Quelle: dpa
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Dresden

Sachsen startet in die Spargel-Saison. Die ersten Betriebe ernten bereits das Edelgemüse. „Bereits Ende März wurde der erste unter einer doppelten Folienschicht gewachsene Spargel gestochen“, sagte der Betriebsleiter der Gemüsebau Kyhna KG, Jürgen Kopf der Deutschen Presse-Agentur. Mit mehr als 100 Hektar gehört die Gesellschaft nördlich von Leipzig zu den größten Produzenten des Edelgemüses in Sachsen. Am Wochenende geht es mit der Ernte auf einer Fläche von rund 30 Hektar los, dafür sind rund 40 Erntehelfer aus Polen und Rumänien von früh bis spät auf den Feldern im Einsatz.

Nach einer durchwachsenen Ernte im Vorjahr hofft Kopf diesmal auf eine bessere Ausbeute. Vor allem, weil die Spargel-Saison früher als im vergangenen Jahr losgeht. Ohne Folie gehe es dabei nicht, erklärte der Spargelbauer mit Blick auf das Nachbarland Brandenburg, wo eine Diskussion um die Verwendung von Folien auf den Spargelfeldern entbrannt ist. Dort fordern die Grünen, weniger Folien einzusetzen, da diese schlecht für die Artenvielfalt seien und das Landschaftsbild beeinträchtigten.

Riesige Schläge ohne Anbauvielfalt und ordentliche Fruchtfolgen, befreit von Ackerrandstreifen, Gehölzen, Hecken und Kleingewässern seien das Hauptproblem für den Naturschutz, erklärte der Grünen-Landtagsabgeordnete Wolfram Günther. „Der Spargelanbau ist da in Sachsen keineswegs das Hauptproblem, er leistet aber auch seinen Beitrag, Insekten und Vögeln den Lebensraum zu rauben. Zudem wird beim Spargelanbau zu viel Plaste-Müll hinterlassen.“

Die Spargelbauern in Sachsen halten dagegen: Die Folien lägen nicht das gesamte Jahr auf dem Feld. Zudem würden Bodenerosionen verhindert. Ohne eine Verlängerung der Erntezeit durch das Abdecken der Felder könnten die Landwirte zudem keinen Mindestlohn bezahlen. Aus Sicht von Kopf haben die Folien noch einen anderen Aspekt: Sie verhindern unerwünschte Folgen einer direkten Sonnenstrahlung. Bekommt der Spargel zuviel Sonne, wenn er aus der Erde schießt, verfärbt er sich rasch violett und rot. „Aber die Kunden wollen schönen, weißen Spargel.“

Holger Schöne vom Spargelhof Ponickau baut auf sechs Hektar an - ausschließlich unter einer einfachen Folienabdeckung. „Sonst erwärmt sich der Boden zu langsam, auf den Dämmen wächst zu viel Unkraut.“ Wenn die Sonne scheint und die Temperaturen steigen, geht Schöne davon aus, dass zu Ostern überall sächsischer Spargel im Handel zu haben ist.

Spätestens am Montag will Roland Naumann von der Agrar GbR Naundörfel (Landkreis Meißen) mit dem Stechen der ersten Stangen beginnen. Auch hier wächst das Gemüse komplett unter Folie. Ob eine Beheizung der Dämme effizient sei, darüber lasse sich streiten, so der Spargelbauer. Aber mit der Folie werde die Sonnenergie genutzt. „Ich verstehe die Diskussion nicht“. Noch steckten die Spargelstangen in der Erde, aber ab einer Temperatur von etwa 12 Grad fangen sie an zu wachsen. Dann wird das Gemüse in Nieschütz ab Hof verkauft.

In Sachsen bauen 19 Betriebe das Edelgemüse auf insgesamt rund 254 Hektar an. Der Freistaat gehört zu den kleinsten deutschen Anbaugebieten für Spargel. Das Stangengemüse wird vor allem in Delitzsch, Oschatz, Meißen und in der Gegend um Bautzen gezogen. Traditionell endet die Saison am Johannistag - dem 24. Juni.

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