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Mitteldeutschland So lebt es sich mit Hund - Dresden streng, Leipzig locker
Region Mitteldeutschland So lebt es sich mit Hund - Dresden streng, Leipzig locker
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16:47 26.08.2018
Für viele Mitmenschen ist er der treueste Freund und Helfer. Quelle: J. Gärmer
Dresden

Für viele Mitmenschen ist er der treueste Freund und Helfer, für andere ein Dauerärgernis: Beim Thema Hund gehen die Meinungen oft weit auseinander. Eine Umfrage der DNN ergab neben vielen Fakten auch interessante Details, wie in den acht mitteldeutschen Städten die durchschnittlichen Lebensbedingungen für die Vierbeiner sind. Hier ein Überblick, wobei nicht alle Kommunen Antworten auf sämtliche Fragen gaben.

Dresden: Verstöße gegen die Leinenpflicht sind in der Landeshauptstadt ein Dauerärgernis. Rund 82 Prozent der ermittelten Fälle beziehen sich hierauf. Hunde auf Spiel- und Sportplätzen wurden vergangenes Jahr 43 Mal erwischt. In einem Fall musste die Haltung eines Hundes dauerhaft untersagt werden, weil das Tier als gefährlich eingestuft wurde und der Halter nicht über die entsprechende Zuverlässigkeit verfügte. In Dresden gibt es einen Tierfriedhof und 64 Plätze für Hunde im Tierheim der Stadt. In der Landeshauptstadt gibt es 56 Hundebeutelspender/Kotbehälter. Die Bestückung mit 1,2 Millionen Kotbeuteln jährlich schlägt mit 26.000 Euro zu Buche.

Quelle: Grafik: Patrick Moye

Leipzig: Preiswert, kaum Kontrollen, wenig Bußgeld, die meisten Hundewiesen – in Leipzig dürften sich Herrchen und Hund ziemlich wohl fühlen. Auch die 165 „vermutet gefährlichen und im Einzelfall als gefährlich registrierten Hunde“. Der Hauptanteil der knapp 140 Anzeigen bezog sich in der Messestadt auf Hundehalter, die den Leinenzwang in bestimmten Teilen der Stadt missachteten. Das Hundesteueraufkommen ist mit 1,8 Millionen Euro das höchste in Mitteldeutschland.

Chemnitz: Nur drei Kampfhunde sind in Chemnitz gemeldet – die Haltung eines Hundes wurde im Vorjahr aber niemandem untersagt. Auffällig im gelieferten Zahlenwerk der Stadt ist, dass über ein Fünftel der festgestellten und geahndeten Verstöße nicht bezahlte Hundesteuer-Delikte sind. Hundekotbeutel werden nach einigen erfolglosen Versuchen vor allem wegen Vandalismus nicht mehr zur Verfügung gestellt – die Entsorgung ist in circa 1000 städtischen Papierkörben im öffentlichen Grün möglich. Ein kommunales Tierheim gibt es nicht, ebenso keinen Tierfriedhof.

Halle: In der Saalestadt sind immerhin 82 Hunde als gefährlich eingestuft und werden dementsprechend steuerlich behandelt. Bei den Bußgeldern rangieren Verstöße gegen die Leinenpflicht mit 56 Prozent weit vor Meldepflichtverstößen (25), Hundesteuer (17) und Hundekot (2). Für immerhin knapp 72.000 Euro stellt die Stadt kostenlose Hundebeutel zur Verfügung. Neben einem privat geführten Tierfriedhof gibt es an der Saale zwei Tierheime mit insgesamt 32 Plätzen.

Magdeburg: In der Hunde-Hauptstadt Magdeburg wird davon ausgegangen, dass eine etwa zwölfprozentige Dunkelziffer bei nicht angemeldeten Tieren existiert. Die Elbestadt hat 289 „Vermutungshunde“ – also Kampfhunde bestimmter Rassen – sowie 203 Vorfallshunde registriert. Letztere haben in mindestens einem Fall Menschen oder Tiere gebissen. Nur drei Verstöße gegen Nichtbeseitigung von Hundekot wurden festgestellt, dafür aber zwei wegen Lärms, 27 wegen Führens von Hunden ohne Leine und 168 wegen Verstößen gegen die Hundesteuersatzung. Allein 85 Anzeigen wegen Beißvorfällen sind aktenkundig, eine Untersagung der Haltung gab es im Vorjahr aber nicht. In den Bürgerbüros gibt es kostenlose Hundekotbeutel, wofür die Kommune 2500 Euro ausgibt. Zur Entsorgung stehen im gesamten Stadtgebiet über 2800 Papierkörbe – darunter 87 Hundetoiletten – zur Verfügung. Magdeburg verfügt über einen privaten Tierfriedhof und ein städtisches Tierheim mit 50 Plätzen für Hunde. Zudem ermöglicht die sachsen-anhaltische Landeshauptstadt Mensch-Tier-Bestattungen

Erfurt: Die thüringische Landeshauptstadt ist Vizemeister unter den mitteldeutschen Kommunen, was die Anzahl der Hunde im Vergleich zur Gesamtbevölkerung betrifft. Auf 21,2 Einwohner kommt ein Vierbeiner. Sonst rangiert die Stadt eher im Mittelfeld. Keinem Hundehalter wurde im Vorjahr der Besitz eines Tieres untersagt. Hundetütenspender wurden wieder abgeschafft, sechs Hundewiesen stehen zur Verfügung. Die Stadtwerke betreiben einen Tierfriedhof sowie ein kommunales Tierheim mit zwei Standorten. Der Standort Lutherstein ist speziell für Hunde ausgelegt und bietet 67 Plätze.

Jena: Neben dem „Meistertitel“ für die niedrigste Hundesteuer kann die Universitätsstadt in wenigen anderen Feldern besonders punkten. Hundekotbeutel, Hundewiesen und einen Tierfriedhof gibt es keine – der neue Oberbürgermeister Thomas Nitzsche (FDP) hat sich aber neue und mehr Hundetoiletten auf die Fahnen geschrieben. Und es besteht die Möglichkeit der Mensch-Tier-Bestattung. Das Tierheim bietet Platz für 21 Hunde. Für sämtliche Hundehalter ist es Pflicht, den Hund mit einem Mikrochip kennzeichnen zu lassen.

Gera: Die Nummer 3 beim Hundehauptstadt-Ranking (22 Einwohner auf ein Tier) nimmt mit 1,4 Euro auch die drittmeisten Bußgelder pro Tier ein. Ebenso Bronze holt sich die Kommune beim Thema Kontrollen. Gut jeder 13. Halter wurde im Vorjahr überprüft. Die meisten Verstöße gab es bei unangeleinten Tieren, gefolgt von einer fehlenden Tierhaftpflichtversicherung. Vier Hunde sind aufgrund von Beißvorfällen als gefährlich eingestuft, eine Untersagung der Haltung gab es nicht. Die Stadt verfügt über 13 Hundefreilaufflächen sowie im städtischen Tierheim über 18 Zwinger im Hundehaus und sieben Zwinger in der Quarantäne.

Sonstiges: Zum Thema Hunde gibt es natürlich noch jede Menge andere Analysen. Je nach Ausrichtung und Fragestellung ergibt es auch für die mitteldeutschen Städte ein jeweils unterschiedliches Meinungsbild. Das Internetportal Betreut.de hat bundesweit die besten Städte unter dem Motto „Bester Wohlfühlspaß für Hunde“ zusammengetragen. Dort belegt die Saalestadt Halle von fast 80 Kommunen Rang 5 vor Jena (6), Chemnitz (7), Dresden (11), Leipzig (21), Erfurt (30) und Magdeburg (38). Unter anderem wurde die Anzahl der Hundesalons, Tiergeschäfte und Hundesitter zurate gezogen und mit der Einwohnerzahl ins Verhältnis gesetzt. In der Kategorie Hundesalons belegte Halle bundesweit Rang vier, Chemnitz (Tiergeschäfte) und Jena (Hundesitter) sicherten sich ebenso die Blech-Medaille.

Von Martin Pelzl

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