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Mitteldeutschland Siebenschläfer: Sommer geht baden – Dauerregen am Donnerstag
Region Mitteldeutschland Siebenschläfer: Sommer geht baden – Dauerregen am Donnerstag
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11:59 27.06.2017
Kaltluft ante portas: Das war’s erstmal mit dem Sommer 2017 bei uns  Quelle: wetter.net
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Leipzig

 Dieser Dienstag ist für Hobby-Wetterexperten ein beliebter Tag: Es ist Siebenschläfertag. Dann wird gern wieder die beliebte Wetterregel bemüht: Wie das Wetter am Siebenschläfertag, so es die nächsten sieben Wochen bleiben mag. Doch ist das wirklich so?

Der Meteorologe Karsten Brandt vom Wetterportal „Donnerwetter.de“ hat die Gültigkeit von Bauernregeln mit statistischen Mitteln deutschlandweit untersucht. Für viele konnte er tatsächlich eine hohe Trefferwahrscheinlichkeit nachweisen. Die meisten Weisheiten stammen aus dem späten Mittelalter, schreibt Brandt in seinem Buch „Was ist dran an Bauernregeln?“. Die Bauernregeln in Süddeutschland haben dabei die größte Trefferquote. Im Norden der Republik trifft die Regel weniger häufig zu.

Siebenschläfer ist allerdings heute erst am 7. Juli

Allerdings: Der 27. Juni ist eben nicht der eine entscheidende Tag. Das liegt schon an der Ungenauigkeit des Datums. Der Siebenschläfertag hat sich durch die gregorianische Kalenderreform verschoben und würde nun auf den 7. Juli fallen. Doch tatsächlich verhält sich das Wetter der folgenden sieben Wochen in fast zwei von drei Fällen (60 bis 70 Prozent) ähnlich wie im Zeitraum von Ende Juni bis Anfang Juli. Das hänge unter anderem mit dem Jetstream zusammen, einem Starkwindband, das sich in hohen Luftschichten befindet, sagt Meteorologe Dominik Jung von wetter.net. Gegen Ende Juni, Anfang Juli stabilisierte sich der Jetstream für einige Zeit und bringe damit je nach Lage trockenes und sonniges oder wechselhaftes und kühles Sommerwetter mit.

In diesem Jahr scheint das Pendel eher in Richtung kühl und nass auszuschlagen. Am Dienstag und Mittwoch ist es zunächst noch vielfach sehr warm und auch sonnig, doch danach geht es mit den Temperaturen steil bergab. Der Sommer geht regelrecht baden. „Der Sommer wird erstmal fulminant fortgespült, ob das sieben Wochen andauert ist allerdings fraglich,“ so Wetterexperte Jung.

Überflutungen, Hagel und Tornados auch in Sachsen möglich

Zunächst droht nach aktuellen Prognosen sogar Unwettergefahr. Bundesweit kann es besonders am Mittwoch zu heftigen Gewittern kommen und das in fast allen Landesteilen. Hier muss man sich wieder auf Starkregen, Hagel und sogar auf die Bildung von Tornados einstellen. „Besonders kräftig wird das ganze nach Osten hin, denn hier wird es vorher noch mal bis zu 33 Grad heiß. Am Donnerstag kommt es dann zu lang anhaltenden und heftigen Niederschlägen“, sagt Jung. Der exakte Schwerpunkt sei noch nicht abschätzbar, wird aber vermutlich im Süden und Osten liegen. „Von Berlin und Brandenburg über Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt bis nach Bayern können dabei binnen 24 Stunden 50 bis 100 Liter Regen pro Quadratmeter vom Himmel kommen. Damit herrscht dort verbreitet Überflutungsgefahr durch sintflutartige Regenfälle wie es sie bereits im vergangenen Juni 2016 gab. Behalten Sie unbedingt die amtlichen Wetter- und Unwetterwarnungen im Blick“, so der Wetterexperte.

Der nagende Siebenschläfer ist schuldlos

Das namensgleiche Tier ist übrigens schuldlos an der Wetterküche: Der nachtaktive Siebenschläfer ist zwar ein sehr emsiger Nager. Doch die Bezeichnung Siebenschläfertag hat mit ihm nichts zu tun. Der Tag leitet sich von einer christlichen Legende ab. Demnach wurden sieben Brüder im Jahr 251 während der Christenverfolgung im Römischen Reich in eine Höhle bei Ephesos eingemauert. Dort schliefen sie 195 Jahre, bevor sie am 27. Juni 446 befreit wurden, ihren Glauben an die Auferstehung der Toten bezeugten und starben. Bis ins 18. Jahrhundert wurden die Siebenschläfer als Heilige verehrt – und galten als Schutzpatrone gegen Schlaflosigkeit.

Von Olaf Majer

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