Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Mitteldeutschland Seit 1991: Mehr als doppelt so viele Fälle pro Pflegekraft in Sachsen
Region Mitteldeutschland Seit 1991: Mehr als doppelt so viele Fälle pro Pflegekraft in Sachsen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:32 05.10.2017
Die Arbeitsbelastung für Pflegekräfte in Krankenhäusern in Sachsen ist in den vergangenen 25 Jahren stark gestiegen. Quelle: dpa
Anzeige
Dresden

Die Arbeitsbelastung für Pflegekräfte in Krankenhäusern in Sachsen ist in den vergangenen 25 Jahren stark gestiegen. Wie die Deutsche Stiftung Patientenschutz mitteilte, kamen 2016 auf eine Pflegekraft durchschnittlich rund 58 Fälle und damit 58 Prozent mehr als 1991 (rund 37). Die Zahlen stammen aus Unterlagen des Statistischen Bundesamtes und zeigen, dass sich die Belastung für Ärzte hingegen nicht verändert hat. Die Fallzahlen pro Arzt sind bei rund 124 geblieben.

Erklären lässt sich die höhere Belastung für Pfleger und Pflegerinnen mit den stark angestiegenen Fallzahlen auf den Stationen. Aus dem Bericht geht hervor, dass in den vergangenen Jahren die Krankenhausfälle in Sachsen-Anhalt um rund die Hälfte (54 Prozent) gestiegen sind, von 656 000 in 1991 auf 1 007 500 im vergangenen Jahr. Während die Zahl der Ärzte um rund 53 Prozent auf 8100 in 2016 gestiegen ist, ist die Zahl der Pflegestellen gegenüber 1991 sogar leicht gesunken, um rund drei Prozent. Damals waren rund 17 800 Pfleger und Pflegerinnen in Sachsen-Anhalts Krankenhäusern beschäftigt, 2016 nur noch 17 300.

Sachsen verzeichnete damit den massivsten Anstieg der Fallzahlen bundesweit. Zudem sind nur in Berlin mit 96 Prozent die Fälle pro Pflegekraft stärker gestiegen als in Sachsen.

Im Bundesdurchschnitt stieg die Fallzahl pro Pflegekraft um 34 Prozent an, während die Zahl der Pfleger und Pflegerinnen minimal um 0,3 Prozent anstieg. „In den vergangenen 25 Jahren sind die Behandlungen in den 2000 Krankenhäusern um ein Drittel auf 19,5 Millionen gestiegen“, sagte Eugen Brysch. Obwohl viele Patienten mehr Pflege brauchten, würden sie immer schneller entlassen. „Doch die Kliniken und die Gesundheitsminister von Bund und Ländern haben den demografischen Wandel ignoriert“, sagte Brysch. Die Zahl der Pflegekräfte sei über Jahrzehnte systematisch abgebaut worden.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Das sächsische Handwerk steht weiter hoch im Kurs bei Schulabgängern. Auch für das neue Lehrjahr schlägt ein Plus bei den Ausbildungsverträgen zu Buche. Bis Ende September wurden nach Angaben des Sächsischen Handwerkstages 5394 Lehren besiegelt und damit 447 oder neun Prozent mehr als vor einem Jahr.

05.10.2017

243 Kinder sind im vergangenen Jahr in Sachsen adoptiert worden und damit 29 weniger als 2015. Fast drei Viertel von ihnen waren jünger als sechs Jahre, knapp ein Drittel unter einem Jahr alt und der Rest zwischen sechs und zwölf Jahren alt.

05.10.2017

Bei der Aktion „Blitz für Kids“ ist jedes elfte Fahrzeug zu schnell gefahren. In der ersten Woche verteilten teilnehmende Schüler gemeinsam mit der Sächsischen Polizei farbige Karten für Fehlverhalten.

04.10.2017
Anzeige