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Seeligstadt rückt wieder in den Asyl-Fokus

Seeligstadt rückt wieder in den Asyl-Fokus

Das frühere Militärgelände in der Massenei zwischen Seeligstadt und Großröhrsdorf kommt wieder als Standort für die Unterbringung von Asylbewerbern in Frage.

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Werden möglicherweise als Asylheim reaktiviert oder dafür umgebaut: die alten Militärgebäude im Massenei-Wald.

Quelle: Uwe Menschner

Seeligstadt/Bautzen. Bislang war dies aufgrund der Abgeschiedenheit der Liegenschaft stets kategorisch ausgeschlossen worden.

Insgesamt 150 Objekte prüft der Landkreis Bautzen derzeit auf ihre Eignung als Standort für eine Gemeinschaftsunterkunft von Asylbewerbern. Dass auch die frühere Militärliegenschaft in der Massenei zwischen Seeligstadt (Gemeinde Großharthau) und Großröhrsdorf dazu gehört, bestätigt Landrat Michael Harig (CDU): "Wir schauen uns mittlerweile an, ob Seeligstadt wieder aktiviert werden kann. Allerdings geht es nicht um die Wiedernutzung der bereits vorhandenen baulichen Anlagen, sondern um die Errichtung neuer Gebäude in Leichtbauweise." Entsprechende Abstimmungen habe es in einem Telefonat mit dem Großharthauer Bürgermeister Jens Krauße (SPD) gegeben.

Dieser bestätigt das: "Zuvor hatte ich nach Absprache mit dem Gemeinderat eine entsprechende Mail an den Landrat gesendet." Krauße hatte im Zuge der Debatte um mögliche Asylheimstandorte mehrfach auf die Massenei-Liegenschaft, die sich auf seinem Gemeindegebiet befindet, hingewiesen. Allerdings waren diese Vorschläge vom Landratsamt stets unter Hinweis auf die Abgeschiedenheit des Areals und seine Lage mitten im Wald abgelehnt worden. Zudem sei der Standort in der Vergangenheit durch den sächsischen Ausländerbeauftragten und Hilfsorganisationen scharf kritisiert worden.

Das Asylbewerberheim Seeligstadt war zum Jahresende 2011 geschlossen worden, die Bewohner siedelten in das neu errichtete Heim an der Kamenzer Macherstraße über. Zum damaligen Zeitpunkt war der Landkreis Bautzen davon ausgegangen, dass die dort geschaffenen Kapazitäten langfristig für die Unterbringung der ihm zugewiesenen Asylbewerber reichen. "Doch die Entwicklung hat uns überrollt", bekennt Harig.

Zu den derzeit 990 im Landkreis lebenden Asylbewerbern sollen bis zum Jahresende noch 200 weitere hinzukommen. Für 2015 rechnet der Landrat mit bis zu 2000 Neuankömmlingen. Derzeit sind die Kapazitäten komplett ausgereizt: "Für diese Woche wurden uns 42 neue Bewerber angekündigt, es standen aber nur noch 25 freie Plätze zur Verfügung." Also müsse man zu Notmaßnahmen greifen - wie der notdürftigen Herrichtung einer ungenutzten Turnhalle in Großröhrsdorf.

Der Großharthauer Bürgermeister jedenfalls hat "keinerlei Probleme" mit einer möglichen Reaktivierung der Militärliegenschaft in der Massenei: "Ich halte den Standort für geeignet, die Gemeinde Großharthau würde entsprechende Planungen unterstützen." Eine zentrale Lage gehöre nicht zu den Anforderungen, die ein solcher Heimstandort erfüllen müsse: "Der Auftrag zur Integration gilt erst, wenn der Antrag eines Asylbewerbers bestätigt wurde." Auch hinsichtlich der Art und Weise - ob in den vorhandenen Gebäuden oder in neu errichteten Modulbauten - ist Krauße "völlig offen."

Kritik kommt aus dem benachbarten, ebenfalls am Fuße der Massenei gelegenen Großröhrsdorf: Dort hat sich die auch im Stadtrat vertretene Wählervereinigung "Freie Wähler Gegenwind" gegen die Pläne ausgesprochen. "Der versteckt im Wald liegende Standort des ehemaligen Objektes der NVA erfüllt in keiner Weise die humanitären Grundanforderungen für eine menschenwürdige Unterbringung von Asylbewerbern", heißt es in einer Stellungnahme.

Spielgeräte zwischen den früheren Unterkunftsgebäuden weisen noch heute auf die frühere Nutzung des einstigen Militärgeländes für die Unterbringung von Asylbewerbern hin. Jetzt ist die Liegenschaft im Waldgebiet Massenei erneut in den Fokus gerückt.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 08.12.2014

Uwe Menscher

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