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Mitteldeutschland Schöne Bescherung: Viele sächsische Firmen zahlen Weihnachtsgeld
Region Mitteldeutschland Schöne Bescherung: Viele sächsische Firmen zahlen Weihnachtsgeld
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08:00 04.12.2016
Eine Extra-Zahlung zu Weihnachten sorgt für Freude in vielen Firmen. Quelle: dpa

Frohe Kunde zum Fest: Immer mehr Firmen zahlen Weihnachtsgeld – bis zu einem vollen Monatsgehalt. Andere danken ihren Mitarbeitern mit Präsenten, Boni oder Gutscheinen für ein wirtschaftlich erfolgreiches Jahr. Das hat eine Umfrage der LVZ ergeben.

Richtig gut sieht es bei Banken und Großunternehmen in Mitteldeutschland aus. So können sich Mitarbeiter der Sparkassen freuen. Sie erhalten vor dem Fest ein volles Gehalt extra. „Das betrifft rund 8000 Sparkassen-Mitarbeiter in Sachsen, 6500 in Sachsen-Anhalt und 5800 in Thüringen“, weiß Verdi-Finanzexperte Stefan Wittmann. Auch die 5500 Banker privater Geldinstitute erhalten ein 13. Gehalt, ebenso rund 5500 Innendienstmitarbeiter von Versicherungen. Bei den rund 4600 Mitarbeitern der Volks-und Raiffeisenbanken in den drei Ländern gibt es laut Verdi keinen einheitlichen Tarif, aber auch hier seien Zahlungen von bis zu einem 13. Gehalt drin.

Gut sieht es auch bei der Deutschen Bahn aus. Ob Schaffner, Lokführer oder Werkstattpersonal – alle erhalten ein „Jahresentgeld“ in Höhe eines Monatsgehaltes – wer will, kann es sich gleichmäßig verteilt über zwölf Monate hin auszahlen lassen, sagt ein Bahnsprecher.

Da in vielen Branchen die Tarifabschlüsse höher ausgefallen sind, gibt es auch mehr Weihnachtsgeld in diesem Jahr. Das reicht von 2,3 Prozent in der Stahlindustrie bis zu drei beziehungsweise 5,5 Prozent in der chemischen Industrie. Auch der öffentliche Dienst ist dabei. Insgesamt steigt das Weihnachtsgeld in Deutschland um 2,5 bis drei Prozent, hat die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung ermittelt.

Mehr in der Lohntüte haben auch Beschäftigte in der Metall- und Elektroindustrie, Sachsens größtem Industriezweig. „Die Mitarbeiter bekommen durchschnittlich ein halbes Monatsgehalt extra“, teilt der Unternehmerverband Sachsenmetall mit. „Im Schnitt 1380 Euro – ein Anstieg von 75 Euro zum Vorjahr.“ 2014 sei die Angleichung an den Westtarif gelungen, erklärt IG-Metall-Chef Bernd Kruppa. Davon profitierten allein in Westsachsen 16000 Beschäftigte. Bei weiteren rund 5000 Mitarbeitern der Branche zahlten die Betriebe ergebnisabhängig. Zu den „Ausreißern nach oben“ gehören laut Kruppa Porsche und BMW, die ein Extragehalt von 100 Prozent zahlten.

Auch wer in der Logistikbranche, bei der Arbeiterwohlfahrt, im Groß- und Außenhandel, im Einzelhandel oder im Speditionsgewerbe tätig ist, kann sich über Weihnachtsgeld freuen. Ebenso bei den Energieversorgern, der Wasserwirtschaft oder den Landesbühnen Sachsen. Die Zahlungen schwanken zwischen 30 Prozent und 70 Prozent des Tarifgehaltes, sagt Verdi-Gewerkschafter Jörg Förster.

Bei der Handwerkskammer Leipzig geht man davon aus, dass weit mehr als die Hälfte der Firmen ihre Mitarbeiter vor dem Fest beschenken. Viele Betriebe würde die Zahlungen allerdings nicht als Weihnachtsgeld ausweisen, meint Kammersprecherin Andrea Wolter. Denn wer über Jahre zahlt, ist zur ständigen Zahlung verpflichtet, auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Das schrecke ab. Nachfragen bei den Betrieben hätten ergeben, dass die Firmen deshalb lieber Boni ausreichen, Präsente oder Gutscheine. „Je nach finanziellem Spielraum sind das Einkaufs- und Tankgutscheine bis hin zu Freikarten für die ganze Familie zu Kultur- oder anderen Veranstaltungen.“ Da die Auftragslage im Handwerk generell gut sei, würden sich die meisten Firmen diese Form der Mitarbeiterbindung nicht entgehen lassen, so Wolter.

Das bestätigen Zahlen des Statistischen Landesamtes in Kamenz. Daraus geht hervor, dass in Sachsen in allen Wirtschaftszweigen im vierten Quartal die Beschäftigten mehr Geld erhalten haben. Unklar bleibt, ob es sich dabei um Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld oder andere Sonderzahlungen handelt.

Von Andreas Dunte

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