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Mitteldeutschland Schnelle Anbindung an elektrisches Bahnnetz für Görlitz gefordert
Region Mitteldeutschland Schnelle Anbindung an elektrisches Bahnnetz für Görlitz gefordert
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18:14 30.05.2018
Symbolbild. Quelle: dpa
Görlitz

Deutschlands Nachbar Polen setzt auf Tempo bei der Elektrifizierung der Bahnstrecken im Land. Im kommenden Jahr soll die Lücke zwischen Weglinec und Zgorzelec geschlossen sein. Mit dem Fahrplanwechsel 2019 heißt es damit für den grenzüberschreitenden Dresden-Wroclaw-Express: Dieser Zug endet hier, Umstieg in Zgorzelec. In einer gemeinsamen Erklärung haben deshalb Verkehrsexperten und Politiker beider Länder am Mittwoch den Bund aufgefordert, grünes Licht für eine schnelle Anbindung der Region Ostsachsen an das elektrische Bahnnetz zu geben. 

Die Elektrifizierung der Strecken von Görlitz nach Dresden und Cottbus müssen in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen werden. Vorgezogen werden muss nach Ansicht des Görlitzer Oberbürgermeister Siegfried Deinege (parteilos) die Verlängerung des Fahrdrahts von Zgorzelec nach Görlitz um etwa 1000 Meter. „Beide Städte haben als künftiges Schienendrehkreuz besonderes Interesse am elektrifizierten und grenzüberschreitenden Eisenbahnverkehr – auch unter Aspekten von Tourismus bis Fachkräftegewinnung. Dieses Verfahren muss beschleunigt werden“, sagte er beim Expertengespräch in Görlitz.  

Nach Ansicht des Projektverantwortlichen bei der Deutschen Bahn, Ulrich Mölke, könnte die Modernisierung des Bahnhofs frühestens 2026 beginnen. Er rechnet mit eineinhalb Jahren Bauzeit. „Der Bahnhof Görlitz ist nicht auf den Gleichstrom aus Polen vorbereitet. Wir brauchen zudem Lösungen, die Zugverkehr in alle Richtung ermöglichen“, sagte er.

Die polnischen Partner wünschen sich so schnell wie möglich den elektrischen Brückenschlag. „Wir versuchen seit drei Jahren beide Seiten zu überzeugen, keine neue Mauern zu bauen und die Elektrifizierung bis Görlitz zu unterstützen“, sagte Piotr Rachwalski vom Niederschlesischen Bahnunternehmen.

Auf polnischer Seite wird es dann nur noch elektrische Züge statt Dieselloks geben. Jakub Kapturzak vom Infrastruktur-Ministerium in Polen stellte zudem in Aussicht, dass nach der Elektrifizierung mindestens ein IC-Zugpaar täglich zwischen Warschau – Görlitz pendeln wird. „Auch das Zugangebot im Regionalverkehr Wrocław – Görlitz und Jelenia Góra – Görlitz kann  verbessert werden. Der Realisierungsrahmen von zehn Jahren auf deutscher Seite entspricht nicht der Wichtigkeit dieses Projektes“, sagte er. 

Auch der Grünen-Bundestagsabgeordnete Stephan Kühn will Görlitz als Drehkreuz im grenzüberschreitenden Bahnverkehr stärken. „Die Bundesregierung muss endlich den bilateralen Verpflichtungen nachkommen und die Lücken zwischen Polen und Deutschland schließen. Die Verbesserung des Bahnangebots ist von erheblicher wirtschaftlicher Bedeutung für die Region„, sagte er. Hoffnung setzen die Zuständigen vor Ort deshalb auf den deutsch-polnischen Bahngipfel am 11. Juni in Potsdam.

dpa

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