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Mitteldeutschland Schafe mitten im Dorf gerissen: "Der Wolf verliert jede Scheu"
Region Mitteldeutschland Schafe mitten im Dorf gerissen: "Der Wolf verliert jede Scheu"
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17:41 09.09.2015
Sind vom Wolfsangriff mitten in Zescha schockiert: Die Schafsbesitzerinnen Katja Homt, Diana Mauff und Carola Tuschmo (v.l.). Quelle: redpixx

"So etwas haben wir hier noch nie erlebt. Das ist eindeutig eine neue Qualität im Verhalten des Wolfes", sagt Carola Tuschmo. Ihrer Familie gehörten die Schafe. Seit Jahren halten die Tuschmos mit zwei Nachbarsfamilien eine Mini-Herde auf einer gepachteten Fläche entlang der Dorfstraße. Derzeit sind es sechs Tiere. Das Gelände ist mit einem Zaun gesichert, außerdem gibt es einen Stall, in dem sich die Tier etwa bei Regen unterstellen können. Bisher gab es hier noch nie einen Wolfskontakt. Bis zur Schreckensnacht. "Ich habe die Hunde bellen gehört, mir aber nichts dabei gedacht", sagt Carola Tuschmo. Am nächsten Morgen fand sie ein Bild des Grauens vor: Zwei Schafe lagen tot auf der Weide, ein Schaf war zur Hälfte zerrissen, weitere Teile des Tieres lagen verteilt auf der Dorfstraße. Kein Einzelfall: Die Wolfs-Schadenstatistik weist allein für den Kreis Bautzen zusammen mit dem Fall in Zescha schon 16 getötete Schafe für August und September aus.

Das Landratsamt Bautzen bestätigte inzwischen, dass es sich auch in Zescha um einen Wolfsriss handelt. Die Untere Naturschutzbehörde sieht aber auch eine Mitschuld bei den Schafshaltern. So würden unzureichende Schutzmaßnahmen es dem Wolf immer leichter machen. Carola Tuschmo bringt das auf die Palme: "Was heißt Schutzmaßnahmen? Unser Zaun ist hoch genug. Und wer kann mit so was mitten im Dorf rechnen? Der Wolf verliert doch jede Scheu."

Wolfsgegner in der Lausitz, wie Christian Lissina vom Verein "Sicherheit und Artenschutz", sehen sich in ihren Befürchtungen bestätigt. Lissina hatte schon vor Jahren davor gewarnt, das die Wiederansiedlung des Wolfes in Sachsen zwangsläufig zu Konflikten mit dem Menschen führt. Den Wolfsfreunden hält Lissina düster vor: "Es muss wohl erst ein Schulranzen an einer Bushaltestelle allein aufgefunden werden, bis die Menschen aufwachen."

Olaf Majer

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