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Sanierungsgebiet Radebeul-West: 2017 wird es sichtbar, aber noch nicht viel passieren

Interview mit OB Bert Wendsche Sanierungsgebiet Radebeul-West: 2017 wird es sichtbar, aber noch nicht viel passieren

Eine zufriedenstellende Lösung des Problemfalls Bismarktum ist für alle Beteiligten gefunden worden. Langfristig soll sogar der ÖPNV wieder an dem beliebten Aussichtspunkt vorbeifahren, meint Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos) im DNN-Gespräch. Die Sanierung der Meißner Straße dagegen könnte sich weiter verzögern.

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OB Bert Wendsche blickt auf ein ereignisreiches Jahr zurück.

Quelle: Martin Förster

Radebeul. Eine zufriedenstellende Lösung des Problemfalls Bismarktum ist für alle Beteiligten gefunden worden. Langfristig soll sogar der ÖPNV wieder an dem beliebten Aussichtspunkt vorbeifahren, meint Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos) im DNN-Gespräch. Die Sanierung der Meißner Straße dagegen könnte sich weiter verzögern.

Frage: Thema Bismarckturm: Die Arbeiten starten im Frühjahr. Wie lässt sich die Horrorvorstellung der Wahnsdorfer, dass die Aussichtsplattform zugänglich ist und das Umfeld nicht auf den Besucherverkehr vorbereitet ist, vermeiden?

Bert Wendsche: Wir haben als Verwaltung sehr viel Wert darauf gelegt, dass der Bismarckturm als bürgerschaftliches Projekt nur dann angenommen wird, wenn das angesprochene und ohnehin bereits bestehende Verkehrsproblem mit bedacht wird. Es gab mehrere Gespräche mit den Grundstückseigentümern und auch Einwohnerversammlungen. Wir wollen künftig die bisherige Sackgasse aufgeben und eine Ringstraße etablieren. Dieser Lösung haben alle Beteiligten zugestimmt. Außerdem wird es eine neue Parkplatzanlage mit einer öffentlichen Toilette geben.

Wann wird das konkret passieren?

Im Moment sind wir dabei, aus dem Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan einen Satzungsbeschluss vorzubereiten. Ziel ist es, im nächsten Jahr den Entwurf des Bebauungsplanes öffentlich auszulegen. Das soll parallel zur Realisierung der Treppe passieren.

Und wann könnten Baumaßnahmen starten?

Der Entscheidungsdruck ist da und dadurch hoffen wir, dass alle dieser Lösung endgültig zustimmen und es 2017 zum Satzungsbeschluss kommt. Dies wäre dann die Grundlage um die Umsetzung anschließend im Haushalt der Stadt einzuplanen.

Ein weiterer Punkt ist die Meißner Straße. Welche Abschnitte sind dort 2017 geplant und wann geht es los?

Wann es konkret losgeht, würde mich auch interessieren. Wir wollen nächstes Jahr den Abschnitt zwischen Rennerbergstraße und Dr.-Külz-Straße bearbeiten. Den benötigten Planfeststellungsbeschluss haben wir bereits vor mehr als einem Jahr zusammen mit den Dresdner Verkehrsbetrieben bei der zuständigen Behörde eingereicht. Uns wurde ernsthaft in Aussicht gestellt, dass der Beschluss Ende September vorliegt. Wir warten aber immer noch. Im Haushalt 2017 sind die Maßnahmen eingeplant, es wird allerdings immer kritischer, ob es im nächsten Jahr losgeht. Wir als Stadt möchten keine Winterbaustelle. Ein kühner Gedanke ist, zwischen Juli und November zu bauen. Nach Juli fangen wir nicht mehr an.

Wie sieht es mit Fördermitteln dafür aus?

Formal sind diese angemeldet, aber auch hier geht nichts ohne den Planfeststellungsbeschluss. Eigenmittel sind da.

Es wird also schwierig mit einem Baubeginn im kommenden Jahr?

Ja. Ich will zwar noch nicht endgültig nein sagen, aber es wird immer wahrscheinlicher.

Sanierungsgebiet Radebeul-West: Was ist dort zu erwarten?

2017 ist das erste Jahr. Da wird sichtbar nicht allzu viel passieren. Es geht im Wesentlichen um die vorbereitende Planung. Der Bürgertreff wird eingerichtet werden. Die Umgestaltung und Sanierung der Bahnhofsstraße soll 2017 konkret geplant und vorbereitet werden, sowohl im Stadtrat als auch mit den Anwohnern. Dort haben wir unter anderem das Ziel, den Wochenmarkt anzusiedeln. Der zweite wesentliche Punkt 2017 wird, das Konzept für den Doppelschulstandort in Kötzschenbroda im Stadtrat zu beschließen. Dann könnte der städtebauliche Wettbewerb für den angedachten Grundschulneubau auch im kommenden Jahr laufen.

Wird die Musikschule in die Alte Post ziehen können? Wie geht es mit dem Bahnhofsgebäude weiter?

Das hängt davon ab, ob wir uns mit dem Eigentümer einigen können. Am Bahnhofsgebäude hängt es von den Plänen des Eigentümers ab. Es gibt Gespräche und da muss man Geduld haben.

Radebeul hat 2016 das 3000. Kita-Kind begrüßt. Genügen die Kapazitäten im Kita-Bereich? Wie sieht es bei den Schulen aus?

Wir behalten das im Auge. Derzeit ist es im Bereich der Kindertagesstätten ausreichend. Allerdings wird es in den nächsten Jahren 300 neue Wohnungen in Radebeul geben. Wir gehen davon aus, dass viele Familien mit Kindern zuziehen. Dann müssen wir gegebenenfalls aufstocken, vor allem im Krippenbereich. Im Schulbereich werden zurzeit Kapazitäten im Oberschulbereich geschaffen. Im Grundschulbereich reicht es noch, wir behalten dies aber ebenfalls im Auge.

In Fürstenhain gehen 2017 die Arbeiten an der Hochwasserschutzlinie los, in Naundorf wird bereits gebaut. Wie ist der Stand in Kötzschenbroda?

Bauherr ist die Landestalsperrenverwaltung. Diese haben eine Planungsänderung bei der Landesdirektion zur Planfeststellung eingereicht. Derzeit läuft das Prüfverfahren. Wir gehen davon aus, dass im ersten Halbjahr die Pläne öffentlich ausgelegt werden können. Naundorf wird bereits im Januar fertig und übergeben. In Fürstenhain ist der Spatenstich zum ersten Quartalswechsel geplant.

Bei der Hochwasserschadensbeseitigung sollten die Kommunen eigentlich bis 2018 fertig sein. An der Kottenleite haben die Arbeiten noch gar nicht angefangen. Wann wird dort gebaut?

Radebeul ist bei der Realisierung der Schadensbeseitigung sehr weit. Im kommenden Jahr werden die Bauarbeiten an der Kottenleite beginnen. Alle weiteren Maßnahmen werden planmäßig fertig.

Die Kommune wird die Frist also einhalten können?

Ja, das denke ich. Wir sind im Plan und werden diesen bis Ende 2018 erfüllen.

Das Asylbewerberheim an der Kötitzer Straße soll wieder aufgebaut werden. Braucht man die Kapazitäten bei den sinkenden Flüchtlingszahlen noch?

Es wird wieder aufgebaut mit 130 Plätzen, das wurde im Kreistag so beschlossen. Erstens ist es die Aufgabe des Landkreises, zu jeder Zeit Kapazitäten für Asylbewerber bereitzuhalten. Zweitens hatte Radebeul schon immer ein Asylbewerberheim. Wir werden landkreisweit zwar Kapazitäten zurückbauen und uns dabei vorwiegend auf Gemeinschaftsunterkünfte konzentrieren. Vor allem in den ländlichen Bereichen werden Plätze aufgegeben. Ich halte das Vorhalten der Hauptkapazitäten in den Großen Kreisstädten für sehr wichtig. Daher ist der Wiederaufbau des Objektes Kötitzer Straße wichtig, da wir uns in Radebeul durch den Brand nicht aus der Verantwortung stehlen wollen.

Was waren Ihre Highlights 2016?

Es ist uns in Radebeul gelungen, durch das Zusammenwirken von Bürgerschaft und Stadt Lösungen im Bereich des kühnen Projektes Bismarckturm zu finden. Ein anderes Highlight ist die Wiederinbetriebnahme der Kötzschenbrodaer Straße. Eine Straße, die nicht mehr war als ein historisch geprägter Feldweg. Auch unsere Entwicklungen im Bereich der Schulnetzplanung sind deutlich vorangeschritten. Im Frühjahr wurde die sanierte Friedrich-Schiller-Schule in Betrieb genommen, im Herbst die Pestalozzischule.

Was wird Ihrer Meinung nach 2017 wichtig sein?

Mein Wunsch ist, dass wir aus dieser überbordenden Emotionalität in unserem Land wieder auf einen Boden der Sachlichkeit zurückfinden. Bezeichnend dafür ist das Wort des Jahres „postfaktisch“, das sollten wir wieder hinter uns lassen.

Von Lisa-Marie Leuteritz

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