Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 0 ° Schneeschauer

Navigation:
Google+
Sächsischer Finanzbeamter muss nach Nazi-Vorwurf gehen

Nach Antifa-Recherchen Sächsischer Finanzbeamter muss nach Nazi-Vorwurf gehen

Ein sächsischer Finanzbeamter muss nach Vorwürfen des Antifa-Rechercheteams Dresden nach Ministerium verlassen. Demnach war er auf einer Nazi-Demonstration in Freiberg dabei und bei der EM in Frankreich auf einem Bild mit Hooligans und einer Reichskriegsflagge zu sehen.

Das Finanzministerium hat sich nach Nazi-Vorwürfen von einem Beamten getrennt. (Archivbild)

Quelle: dpa

Dresden. Das sächsische Finanzministerium hat sich einem Zeitungsbericht zufolge von einem Beamten getrennt, der Rechtsextremist sein soll. Wie die in Dresden erscheinende „Sächsische Zeitung“ (Freitag) berichtet, werde der Fall derzeit „vertiefend“ geprüft. Der Beamte steht unter Verdacht, eng mit der Rechtsextremisten-Szene in Bautzen verbunden zu sein.

Die vom Antifa-Rechercheteam Dresden erhobenen Vorwürfe seien im Ministerium erstmals Mitte Dezember bekanntgeworden, zitiert die Zeitung den Sprecher des sächsischen Finanzministeriums, Stephan Gößl. Der Beamte war ins Ministerium abgeordnet worden, nach Informationen der „Sächsischen Zeitung“ aus dem Finanzamt Hoyerswerda. Der erst 25 Jahre alte Finanzbeamte sei auf einem Bild bei einer Nazi-Demonstration in Freiberg zu erkennen.

Mit Reichskriegsflagge bei EM

Seine Abordnung sei „nach einer ersten Prüfung umgehend beendet worden“, erklärte Gößl dem Blatt. Der Betroffene versehe seinen Dienst nicht mehr im Ministerium. „Sollte sich der Verdacht eines Dienstvergehens ergeben, werden entsprechende disziplinarrechtliche Schritte eingeleitet“, hieß es weiter. Falls ein Verstoß gegen die für Beamte verbindliche „Belehrung über die Pflicht zur Verfassungstreue im öffentlichen Dienst“ nachgewiesen werden, könne das bis zum Entzug der Pensionsansprüche führen.

Nach dem sächsischen Beamtengesetz müssen sich Beamte „durch ihr gesamtes Verhalten zur freiheitlich demokratischen Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes und der Verfassung des Freistaates Sachsen“ bekennen. Rechtsextremismus ist demnach ein eindeutiger Verstoß. Der junge Finanzbeamte sei auch auf einem Foto, das Hooligans mit Reichskriegsflagge im französischen Lille während der Fußballeuropameisterschaft 2016 zeigt, „eindeutig identifizierbar“.

LVZ

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Mitteldeutschland
  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die DNN in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr