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Sächsische Weinbauern fahren Rekordernte ein

Goldriesling beliebt Sächsische Weinbauern fahren Rekordernte ein

Die sächsischen Winzer haben im vergangenen Jahr eine Rekordernte eingefahren.

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Quelle: picture-alliance / ZB

Meißen. Die sächsischen Winzer haben im vergangenen Jahr eine Rekordernte eingefahren. Wie das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) mitteilte, wurden insgesamt 28.845 Hektoliter vergoren. Es sei die größte Erntemenge sächsischen Weins, seit die Nachwendestatistik geführt wird, erklärte Frieder Tränkner, zuständig für Weinbau im LfULG. Der Durchschnittsertrag über alle Rebsorten lag demnach bei 59 Hektoliter je Hektar, der zweitbeste Wert seit 2008. Damals war allerdings die Ertragsrebfläche des sächsischen Anbaugebiets noch geringer als 2016. Einige Erzeuger hätten allerdings auch den für Sachsen festgelegten Höchstertrag von 80 Hektoliter je Hektar bei einzelnen Rebsorten überschritten, hieß es. Das könne innerhalb der Betriebe aber mit anderen Rebsorten oder mit ertragsschwachen Jahren verrechnet werden.

Aktuell stehen im Anbaugebiet Sachsen rund 493 Hektar im Ertrag, hierzu gehören auch zwei kleinere Exklaven in Sachsen-Anhalt bei Jessen und in Brandenburg bei Schlieben. Im Anbaugebiet sind 37 Haupterwerbs- und 40 Nebenerwerbswinzer aktiv. Zudem bewirtschaften 2.227 Hobbywinzer teils kleinste Rebflächen und liefern ihre Trauben ab.

Stabiles Wetter bis in den Herbst hätte im vergangenen Jahr den Weinbauern in die Hände gespielt und für die hohen Erntemengen gesorgt, so Tränkner. Schädlinge hatten die Winzer überwiegend gut im Griff, wobei die gefürchtete Kirschessigfliege zu einem zunehmenden Problem wurde und auch auf weiße Rebsorten übergegriffen hat, nachdem die roten Sorten geerntet waren.

Besondere Ertragszuwächse im Vorjahresvergleich gab es bei den Rebsorten Elbling (+27,7 Prozent), Müller-Thurgau (+17,9 Prozent) und Traminer (+14,5 Prozent). Sächsische Winzer setzen weiter auf die regionale „Spezialität“ Goldriesling. 1.744 Hektoliter wurden 2016 gelesen, rund 250 Hektoliter mehr als im Jahr davor. Die Rebfläche beim Goldriesling wächst kontinuierlich – 25,7 Hektar stehen im Ertrag, zwei Hektar Junganlagen warten auf die erste Ernte. Aus Goldriesling, der fast nur noch in Sachsen gewerblich angebaut wird, keltern die Kellermeister einen leichter Zechwein. Die Rebsorte treibt spät aus und die Trauben sind früh reif. Damit trotzt der Goldriesling drohenden Spätfrösten im Frühjahr und zeitigem Wetterumschwung im Herbst.

Beim Rotwein sind in Sachsen Spätburgunder, Dornfelder und Regent wichtige Rebsorten. Beim Dornfelder wurde gut ein Zehntel weniger geerntet als 2015. Bei den beiden anderen Sorten konnten die Winzer mehr ernten als im Jahr davor. Der Vorsitzende des Weinbauverbandes Sachsen, Christoph Reiner, sagte: „Endlich haben wir in Sachsen wieder mal zwei gute Jahrgänge hintereinander. Der Angestellte im Weingut Schloss Proschwitz kündigte an, es werde auch hochwertige Spezialitäten bis in den edelsüßen Bereich geben. Die Winzer stehen angesichts gut gefüllter Tanks und Fässern aber auch vor der Herausforderung, die gesamte Menge zu verkaufen. Wie aus vielen Betrieben zu hören ist, stagnierte im vergangenen Jahr die Nachfrage. Viele Weinbauern machen den Weinskandal dafür verantwortlich. Weinkenner verweisen allerdings seit Jahren auch darauf, dass das hohe sächsische Preisniveau nicht immer durch die angebotenen Qualitäten gerechtfertigt werde. Weinbau in Sachsen ist durch die vielen Steillagen zwar oftmals aufwendig und damit kostenintensiv, allerdings werden auch größere Rebflächen maschinell bearbeitet. LM

Von Lars Müller

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