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Mitteldeutschland Sächsische Gaskunden sparen im kommenden Jahr beim Netzentgelt
Region Mitteldeutschland Sächsische Gaskunden sparen im kommenden Jahr beim Netzentgelt
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17:45 18.10.2018
Ein Installateur prüft eine private Gasleitung. (Archivfoto) Quelle: dpa
Leipzig

Private Gasverbraucher müssen im kommenden Jahr wahrscheinlich wieder etwas tiefer in die Tasche greifen. Das liegt an den seit Monaten permanent steigenden Rohstoffpreisen, die laut Experten wohl auch 2019 weiter klettern werden. In Sachsen könnte die Teuerung zumindest nicht ganz so stark ausfallen wie im Rest der Republik. Denn im Gegensatz zu den Rohstoffpreisen werden sich die Gebühren für die Nutzung der Rohre bis zum Hausanschluss – in der Fachsprache Netzentgelte genannt – hier im kommenden Jahr etwas verbilligen.

Auf vier bis fünf Prozent weniger in diesem Segment können die Kunden demnächst im Freistaat hoffen, heißt es in den Analysen der Tarifportale Verivox und Check24, die am Donnerstag unabhängig von einander veröffentlicht wurden. Das sind bei den von Verivox untersuchten sächsischen Anbietern durchschnittlich 18 Euro pro Jahr, Check24 spricht bei seinen Daten von 21 Euro Ersparnis. Für die Heizungsanlagen an der Pleiße geht es angeblich sogar noch deutlicher runter: „Am stärksten sinken die Kosten für die Leipziger – sie bezahlen künftig 22 Prozent weniger, was 97 Euro netto entspricht“, so ein Verivox-Sprecher. Nicole Rühl, Sprecherin der Leipziger Stadtwerke, bestätigte gestern diese Angaben. In Chemnitz sei die Ersparnis 3,6 Prozent, was bei 20.000 Kilowattstunden konkret elf Euro bedeutet. In Dresden geht es dagegen gegen den Trend auch um fünf Prozent oder faktisch 16 Euro rauf.

Dass es tatsächlich zumindest bei der Nutzung der Netze meist billiger werden wird, bestätigte auch Stefan Buscher, Sprecher der Mitteldeutschen Gasversorgung (MitGas), am Donnerstag. Im Fall des Zulieferers aus dem Kabelsketal, der Kunden in ganz Mitteldeutschland versorgt, ist die Einsparung aber nicht ganz so groß: „Bei uns sinken die Netzentgelte bei Privathaushalten um gut eineinhalb Prozent und bei Industrieabnehmern um ein Prozent“, so Buscher gegenüber LVZ.de.

Angleichung Dank neuer Gesetzeslage

Warum die Preise in Sachsen überhaupt fallen? „Das hat zum einen mit den Kosten der vorgelagerten Netzbetreiber zu tun, die gesunken sind. Zudem hat der Gesetzgeber im Juli 2017 mit seiner Modernisierung des Netzentgeltversorgungsgesetzes neue Grundlagen geschaffen, die sich allmählich auch auswirken“, erklärte Buscher.

Die damalige Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) brachte die angesprochene Gesetzesänderung einst auf den Weg, um zum Teil erhebliche regionale Unterschiede zwischen West und Ost auszugleichen. Die Gebühren für die Netze schwankten zwar in diesem Jahr noch zum Teil um mehr als 100 Euro – wobei vor allem im Osten die Abgaben bisher deutlich teurer sind als im Westen. Mit Hilfe der Anpassungen nähert man sich aber nun etwas weiter an und das bedeutet für Gaskunden in Westdeutschland den aktuellen Prognosen zufolge im kommenden Jahr auch Mehrausgaben.

Am stärksten trifft es wahrscheinlich die Bremer, die laut Analyse der beiden Tarifportale durchschnittlich 27 Prozent teurere Netzentgelte verkraften müssen. Im benachbarten Hamburg geht es gut acht Prozent rauf, in anderen Westregionen zwei bis drei Prozent.

Wie teuer die Gasheizung im sächsischen Keller anno 2019 tatsächlich werden wird, ist bisher in den meisten Fällen noch unklar. In der Regel teilen die Gasanbieter erst im November ihren Kunden ihre aktualisierten Tarife mit. Die Netzentgelte machen in den Gesamtkosten nur etwa einen Viertel aus. Den größten Anteil mit etwa der Hälfte des Preises bestimmen die Anbieter anhand ihrer Rohstoffkosten, ihres Vertriebsaufwandes und der angestrebten Gewinnmarge selbst. Dazu kommen noch 24,9 Prozent Gas- und Umsatzsteuer sowie ein paar Euro für Messgeräte sowie für die sogenannte Konzessionsabgabe, die an Gemeinden als Transfergebühr gezahlt wird.

Von Matthias Puppe

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