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Mitteldeutschland Sachsens neuer Landesbischof Rentzing - Konservativer Brückenbauer
Region Mitteldeutschland Sachsens neuer Landesbischof Rentzing - Konservativer Brückenbauer
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14:34 14.09.2015
Carsten Rentzing. Quelle: dpa
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„Man kann sagen, ich bin kirchenfern aufgewachsen“, sagt der Theologe. 1985 geriet Rentzing dann in einen Zirkel, der sich mit philosophischen Fragen um Gott und die Welt beschäftigte. Da saß ein Christ, „der erste, dem ich begegnete“, und betete. „Das hat mich interessiert.“ Zunächst aber studiert der jüngere zweier Brüder Philosophie und Rechtswissenschaften. Erst bei einem Gastsemester an der Kirchlichen Hochschule Berlin zeigt sich: „dass Theologie mein Weg ist“. Nach dem Studium in Berlin, Frankfurt am Main und Oberursel kommt Rentzing 1999 nach Sachsen. Als er in Leipzig promoviert - über das Böse bei Martin Luther und Karl Barth -, ist der Großstädter längst Pfarrer im Erzgebirge und mit einer Kollegin verheiratet. In Markneukirchen (Vogtland) wird Rentzing überregional bekannt, als Mitinitiator der „Bekenntnisinitiative“ gegen homosexuelle  Lebenspartnerschaften im Pfarrhaus. Nicht erst seitdem gilt er mit der auch öffentlich vertretenen Position, Homosexualität sei nicht Gottes Wille, als erzkonservativ und rückwärtsgewandt. Auch viele Pfarrer tun sich schwer mit ihm als Bischof.

Rentzing hält unterschiedliche Ansichten für völlig berechtigt. „Wo, wenn nicht in der Kirche, muss über theologische oder seelsorgerische Fragen gesprochen werden?“, fragt er. „Wir müssen uns vielleicht auch eine Debattenkultur angewöhnen, die dem anderen nicht permanent ins Wort fällt, Vorhaltungen macht oder Missverständnisse fördert.“ Er setzt auf direkte Kommunikation als „der beste Weg, beieinanderzubleiben und auch mit denen, die andere Position haben als ich, gemeinsam den richtigen Weg zu finden“. Rentzing sieht sich als Mann des Ausgleichs und „Brückenbauer. Neben den Herausforderungen der Zukunft für die Kirche ist dem 47-Jährigen das Thema Familie Herzensanliegen, die aus seiner Sicht mehr Aufmerksamkeit verdient. Dem Vater von vier Töchtern zwischen 10 und 18 Jahren selbst ist eine fröhliche, gesunde und stabile Familie wichtig. „Ich freue mich jedes Mal, nach Hause zu kommen“, sagt er. „Wenn mir eines meiner Kinder um den Hals fällt, weiß man, wofür man da ist - da relativieren sich manche Dinge schnell.“ Mit dem Karriereschritt wird die Freizeit des Hobbysportlers und Triathleten, der für erzgebirgische Klöße schwärmt, noch knapper werden. Steht die Landeskirche doch angesichts der Flüchtlinge neben den eigenen Problemen mit dem demografischen Wandel und Mitgliederschwund vor einer weiteren großen Herausforderung. Da hat Rentzing vor allem die 75 Prozent der Bevölkerung im Visier, die noch keinen Bezug zu einer christlichen Gemeinde haben. Als Bischof wünscht er sich dafür „konstruktive Kritik, geschwisterliches Miteinander und hoffentlich auch Menschen, die mir gewogen sind“, wie er sagt. „Man braucht Freunde, auch in so einem Amt.“

Simona Block, dpa

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