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Mitteldeutschland Sachsens designierter Regierungschef Kretschmer: „Fehler offener eingestehen“
Region Mitteldeutschland Sachsens designierter Regierungschef Kretschmer: „Fehler offener eingestehen“
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08:51 20.10.2017
Michael Kretschmer (CDU) könnte Sachsens nächster Ministerpräsident werden.  Quelle: André Kempner
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Leipzig

 Der designierte neue sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (42, CDU) will sich als erstes intensiv um das Lehrer-Problem im Freistaat kümmern. Auch die Schwerpunkt-Themen innere Sicherheit und bessere Zukunft für den ländlichen Raum nimmt sich der Görlitzer vor.

„Sachsen ist ein erfolgreiches Land. Bei jeder Bildungsstudie erweist sich, wir sind Spitze. Trotzdem haben wir Sorgen, was den Lehrernachwuchs betrifft. Da muss man jetzt beherzt angreifen, es hilft nichts“, sagte er in einem Interview mit der Leipziger Volkszeitung (Freitag-Ausgabe).

Die CDU mache Politik für die Menschen, so Kretschmer. Sachsen habe gute Steuereinnahmen, um damit das zu gestalten, was die Bürger für notwendig hielten. „Wir werden in den kommenden Wochen klären, an welchen Stellen nachgesteuert und wo die Prioritäten verändert werden müssen. Dazu wird das Thema Bildung ebenso gehören wie die innere Sicherheit und eine bessere Zukunft für den ländlichen Raum. “

Kretschmer kündigte gegenüber der LVZ ein beherztes Handeln der CDU an. „Die Menschen sollen sehen, hier gibt es eine Partei und eine Regierung, die hat verstanden“, sagte er. „Fehler können immer passieren. Entscheidend ist, dass man sie erkennt und dann korrigiert.“ Mit Blick auf den scheidenden Regierungschef Stanislaw Tillich sprach Kretschmer von einer starken Ära für Sachsen. „Er war erfolgreich, auch als Stimme der neuen Bundesländer. Nach 27 Jahren darf man sagen, mir fehlt die Kraft, jetzt müssen Jüngere ran.“

Angesprochen auf mögliche Fehler der Bundes-CDU und das schlechte Ergebnis für Kanzlerin Angela Merkel verwies Kretschmer auf die verlorenen Heimspiele der Sachsen-CDU. „Wir fangen bei der Fehlersuche zunächst mal bei uns an. Daraus wollen wir gestärkt hervorgehen“, sagte er.

Bundespolitisch sei es so, dass beim Stichwort Flüchtlingspolitik viele irritiert fragen, wie geht es damit jetzt weiter? „Da sind wir Antworten schuldig geblieben. Wir hätten sagen müssen, 2015 sind Fehler gemacht worden und nicht nur versprechen, so etwas wie 2015 soll sich nicht wiederholen“, sagte Kretschmer. Das habe zu viel Frustration bei CDU-Wählern geführt. Sein Fazit: „Die CDU muss lernen, offener und selbstbewusster Fehler einzugestehen.“

Das komplette Interview mit Michael Kretschmer lesen Sie am Freitag in der Print-Ausgabe der Leipziger Volkszeitung und im E-Paper.

Von abö

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