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Mitteldeutschland Sachsens FDP-Chef Zastrow bläst zur Attacke
Region Mitteldeutschland Sachsens FDP-Chef Zastrow bläst zur Attacke
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10:23 28.11.2017
FDP-Landeschef Holger Zastrow Quelle: Flechtner (Archiv)
Dresden

 Seit ein paar Wochen ist die Welt für die sächsischen Liberalen wieder in Ordnung. Nachdem die FDP erst vor vier Jahren aus dem Bundestag geflogen und 2014 auch noch den Landtag verlassen musste, geht es seit der Bundestagswahl im September wieder heftig bergauf: Beachtliche 8,2 Prozent holte die beinahe marginalisierte Truppe im Freistaat, und Landeschef Holger Zastrow will noch mehr. „Wir sehen ein Wählerpotenzial, das weit über das sehr gute Bundestagswahlergebnis hinausreicht“, verkündete er jetzt nach einer Klausurtagung in Wilsdruff (Landkreis Sächsische Schweiz/Osterzgebirge). „Wir erleben eine regelrechte Zeitenwende, bei der Gewohntes in Frage steht und über alles neu nachgedacht wird.“

Das ist typisch für den Dresdner PR-Mann Zastrow. Vor einem halben, dreiviertel Jahr politisch noch fast am Boden, hat er sich wieder berappelt – und bläst zum Angriff auf alles, was er als Gegner wahrnimmt. Und das ist reichlich viel. Die FDP, sagt er nach Wilsdruff, wolle eine „echte Alternative“ sein, „Sachsen neu denken“ lautet entsprechend das Motto. Und dann kommt Zastrow zur Sache: Weder CDU noch SPD – und auch die versammelte Opposition im Landtag – seien in der Lage, Neues auf die Beine zu stellen. Im Gegenteil: „Diese Parteien haben sich in einer Mischung aus Selbstzufriedenheit, Bequemlichkeit und Anspruchslosigkeit verheddert und beschränken sich darauf, verbrauchte Rituale zu pflegen.“ Dagegen stellten die Liberalen „eine Bewegung der Mitte“ dar, die über Bodenhaftung verfüge.

Beachtlich dabei ist schon die Wortwahl. Von Zastrows Titulierung der eigenen Partei als Alternative über die verbrauchten Rituale der anderen bis hin zur FDP als Bewegung irgendeiner vermeintlichen Mitte erinnert nicht zufällig einiges an die AfD. Die aber, so jedenfalls liest sich Zastrows Hinweis über das Wirken der Opposition im Landtag, habe sich nicht nur ebenfalls verheddert und verbraucht. Vielmehr hat der Liberale deren Wählerklientel ganz offensichtlich auch im Visier – „für ein starkes eigenes Comeback“ seiner Truppe bei der Landtagswahl 2019.

Von Jürgen Kochinke

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