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Mitteldeutschland Sachsens Bauern starten mit Sorgen in 2017
Region Mitteldeutschland Sachsens Bauern starten mit Sorgen in 2017
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17:26 13.01.2017
Die Milchkrise macht Sachsens Bauern schwer zu schaffen. Quelle: Roland Weihrauch/dpa
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Limbach-Oberfrohna

Milchkrise, Eierpreis, Wolfsschäden und politische Vorgaben: Sachsens Bauern sind mit zahlreichen Sorgen ins neue Jahr gestartet. Nach seiner zweitägigen Klausur in Limbach-Oberfrohna verbreitete der Landesbauernverband am Freitag dennoch Zuversicht. „Wir rechnen für das Jahr 2017 mit einer im Durchschnitt leichten Erholung der Unternehmensergebnisse, jedoch auf niedrigem Niveau“, sagte Verbandspräsident Wolfgang Vogel.

Die Bilanz für das Jahr 2016 fiel jedoch ernüchternd aus. Die Mehrzahl der Betriebe habe Umsatzeinbußen zu verzeichnen gehabt. Am Schlimmsten sei es dabei den Milchproduzenten ergangen. Wegen des massiven Preisverfalls bis auf unter 21 Cent je Liter mussten 70 Betriebe schließen. Der Milchviehbestand ist um 6700 auf gut 183 000 Tiere gesunken. Laut Vogel wird dieser Trend wohl bis mindestens Mitte 2017 anhalten. „Das Tal ist noch nicht durchschritten“, sagte er.

Bis Ende Dezember sei der Preis zwar auf 30,5 Cent gestiegen. Dies reiche aber nicht aus, um eine schwarze Null zu schreiben, sagte Vogel. Laut Landesbauernverband sind 35 Cent nötig, um kostendeckend zu arbeiten. Daher sei die Liquiditätslage bei den Milcherzeugern sehr angespannt. Vogel zufolge müssten über zwei Jahre stabil 40 Cent pro Liter gezahlt werden, um die erlittenen Verluste auszugleichen.

Als Problem sehen die Bauern in Sachsen auch weiter die Schäden durch Wölfe. Daher erneuerte der Verband seine Forderung nach einem kontrollierten Abschuss der Tiere. Zum Schutz der Nutztiere müsse vernünftig und mit Augenmaß in die Wolfsbestände eingegriffen werden, sagte Vogel. Grundlage dafür müsse eine Bestandserhebung sein. Nach Ansicht von Hauptgeschäftsführer Manfred Uhlemann muss der Staat regulieren, wie viel Wolf der ländliche Raum verträgt.

Wie die gesamte deutsche Geflügelwirtschaft verzichten auch die Sachsen seit 1. Januar darauf, Legehennen die Schnäbel zu kürzen. Dies führe jedoch zu einem Mehraufwand bei Futter, Überwachung und Beleuchtung, um ein Federpicken und damit verbundene Verletzungen zu verhindern. Laut Verband steigen so die Erzeugerkosten pro Ei aus Bodenhaltung um zwei Cent. Der Einzelhandel mit einem Großdiscounter als Vorreiter habe jedoch den Verkaufspreis pro Ei um einen Cent gesenkt. „Das ist für die Eiererzeuger unwirtschaftlich“, sagte der Geschäftsführer des Sächsischen Geflügelwirtschaftsverbandes, Günther Drobisch.

Für Unsicherheit unter den Landwirten sorgen laut Vogel immer neue Vorgaben aus der Politik in Bezug auf Umweltschutz und Tierwohl. Die Situation bei der Düngemittelverordnung sei ebenso unklar wie die Frage, ob und in welchem Umfang für Schweineställe künftig Filteranlagen gegen die Emission von Geruch und Staub notwendig sind.

dpa

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