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Mitteldeutschland Sachsens Apotheker haben kaum Erfahrung mit Cannabis
Region Mitteldeutschland Sachsens Apotheker haben kaum Erfahrung mit Cannabis
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13:19 28.07.2017
Cannabisblüten lassen sich tatsächlich sehr variantenreich einsetzen.   Quelle: dpa
Dippoldiswalde

 Göran Donner ist Vizepräsident der Sächsischen Apothekerkammer. Der Apotheker aus Dippoldiswalde bestätigt bei einem Gespräch mit den DNN, dass die Sachsen bei der Cannabis-Anwendung weit unter dem Bundesdurchschnitt agieren. Die Zahl der ausgestellten Rezepte sei so niedrig, dass das Deutsche Arzneiprüfungsinstitut aus Datenschutzgründen auf eine Veröffentlichung verzichtete.

Göran Donner Quelle: SLAK

Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) hatte für März bundesweit die Zahl von 488 Rezepten herausgegeben, mit denen Cannabis zubereitet oder in Blütenform verschrieben wurde. Sachsen bewegte sich da im unteren zweistelligen Bereich.

Während Sachsens Ärztekammer am Gesetz bemängelt, dass es keine genauen Vorgaben macht, bei welchen Krankheiten Cannabis genau verschrieben werden soll, und vor allem, dass Blüten schwer dosierbar sind, gibt sich Göran Donner etwas entspannter. Zwar sieht auch er das Problem, bestimmte Wirkungen zu reproduzieren, da die Einnahmeformen so vielfältig wie ungenau sind. Doch das werde sich im Laufe der Zeit einspielen, gibt er sich optimistisch.

Cannabisblüten lassen sich tatsächlich sehr variantenreich einsetzen. Man kann sich einen Joint drehen und rauchen – also kiffen. Das allerdings hält kaum jemand für besonders hilfreich. Auch wer Blüten in Kekse backt oder sie als Tee aufbrüht, dürfte eher im Diffusen operieren. Am genauesten lässt sich eine mögliche Wirkung reproduzieren, wenn man die zerkleinerten Blüten mit einem – leider recht teuren – Vernebler inhaliert.

„Wir stehen bei der Dosierung noch ganz am Anfang“, so Donner. Er empfiehlt den Apothekern, die Blüten zu mahlen und als Pulver genau dosiert an die Patienten abzugeben. Über die Art der Einnahme müsse der Arzt entscheiden. Im besten Fall tue er das auch.

Cannabis auf Rezept: „Ich warne vor falschen Erwartungen“

Die von manchen Ärzten besonders herausgestellte Suchtgefahr hält Donner für überschaubar. „Morphin ist der Klassiker beim Suchtmittelmissbrauch und gleichzeitig ein absolut gängiges Arzneimittel, um Schmerzen zu lindern.“ Auch Valium, ein in kürzester Frist süchtig machendes Schlafmittel, sei weiter am Markt, ohne dass sich permanent warnende Stimmen erheben. „Viele Prozesse müssen sich einspielen. Künftig werden wir mit Cannabis genauso umgehen wie mit Morphinen“, glaubt der Apotheker.

„Cannabis ist ein Modethema“, findet auch Rolf Leonhardt, Chef der Dresdner Kronen-Apotheke in der Neustadt. Bis in die 1920er Jahre sei Haschisch ein gängiges Medikament gewesen, nun werde Hanf wieder für Kranke entdeckt. Leonhardt ist sich sicher: „Die Aufregung wird sich legen“.

Von B. Stock

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