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Sachsen will Langzeitarbeitslosigkeit bekämpfen

Modellprojekt Sachsen will Langzeitarbeitslosigkeit bekämpfen

Sachsen will sich mehr um Langzeitarbeitslose kümmern und legt dazu ein Landesprogramm auf. Im Kern geht es darum, eine enge individuelle Betreuung mit Angeboten zur Beschäftigung und Eingliederung zu verbinden.

Symbolbild

Quelle: dpa

Dresden . Sachsen will sich mehr um Langzeitarbeitslose kümmern und legt dazu ein Landesprogramm auf. Im Kern geht es darum, eine enge individuelle Betreuung mit Angeboten zur Beschäftigung und Eingliederung zu verbinden. „Dazu sollen Unternehmen gezielt angesprochen und begleitet werden“, sagte Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) am Donnerstag in Dresden. Bei einer Befragung hätten 84 Prozent der Firmen in Sachsen ihre Bereitschaft geäußert, bei fachlicher Eignung Betroffene einzustellen. 40 Prozent der Arbeitslosen in Sachsen sind derzeit länger als ein Jahr arbeitslos und gelten damit als Langzeitarbeitslose. Derzeit sind knapp 53 000 Menschen davon betroffen.

Ein Baustein des Programmes „Sozialer Arbeitsmarkt“ betrifft einen öffentlichen Beschäftigungssektor. Wer älter als 58 Jahre ist, soll dabei für das Gemeinwohl tätig werden können. Die Offerte richtet sich an jene, die aufgrund einer negativen Prognose der Jobcenter voraussichtlich keine Stelle auf dem ersten Arbeitsmarkt mehr bekommen, hieß es. Laut Dulig ist das Angebot nicht mit früheren Modellen wie dem Kombi-Lohn und Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (ABM) vergleichbar. Einsatzmöglichkeiten würden allein beim Gemeinwohl liegen und keine Konkurrenz zum ersten Arbeitsmarkt darstellen.

Nach Angaben des Ministers hat sich die Zahl der Langzeitarbeitslosen in den vergangenen Jahren zwar halbiert. Allerdings habe sich nun ein harter Kern von Menschen mit „multiplen Vermittlungshemmnissen“ gebildet. Bei ihnen würden mehrere Gründe dazu beitragen, dass sie wohl keine Chance mehr auf einen Job im ersten Arbeitsmarkt haben. Deshalb sei eine intensive Betreuung erforderlich.

Zudem kündigte Dulig ein Modellprojekt namens „Tandem“ an. Im Fokus steht dabei die Förderung der gesamten Familie. Hartz IV solle nicht innerhalb der Familie vererbt werden, beschrieb Klaus-Peter Hansen, Chef der sächsischen Landesarbeitsagentur, das Anliegen. Das Angebot richtet sich an langzeitarbeitslose Eltern sowie Alleinerziehende mit Kindern unter 18 Jahren. Um sie kümmert sich ein ganzes Team von Experten. Die Teilnahme ist freiwillig.

dpa

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