Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Mitteldeutschland Sachsen will Firmen zu mehr Außenhandel motivieren
Region Mitteldeutschland Sachsen will Firmen zu mehr Außenhandel motivieren
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:34 01.01.2018
Martin Dulig Quelle: Archiv
Anzeige
Dresden

Sachsen will den Außenhandel forcieren und zugleich auf ein breiteres Fundament stellen. „Wir möchten, dass mehr Firmen im Ausland aktiv werden. Diejenigen, die exportieren, sind in der Regel auch diejenigen mit besonders innovativen Produkten“, sagte Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) der Deutschen Presse-Agentur. Momentan sei Export sehr stark mit der Automobilindustrie verbunden. In anderen Branchen gebe es noch Spielräume. In den ersten neun Monaten dieses Jahres entfielen bei einem Exportvolumen von rund 30 Milliarden Euro allein 11,4 Milliarden auf den Fahrzeugbau.Derzeit wird etwa jeder dritte Euro (31 Prozent) des sächsischen Bruttoinlandsproduktes (BIP) im Export erwirtschaftet. Bundesweit lag die Exportquote am BIP 2016 bei 38,4 Prozent. Mit einem Anteil von 50,8 Prozent war der EU-Raum in den ersten drei Quartalen 2017 der größte Auslandsmarkt der Sachsen. Wichtigstes Land ist jedoch auch in diesem Jahr China mit 13,9 Prozent in den ersten drei Quartalen, gefolgt von den USA (10,1), Großbritannien (6,7) und Frankreich (6,0).

Der Anteil Russlands beträgt momentan nur 1,6 Prozent. Vor allem Maschinen- und Anlagenbauer leiden hier unter dem Exportrückgang, der verschiedene Gründe hat - vor allem den niedrigen Ölpreis und den damit einhergehenden Verfall der russischen Währung, hieß es. Die Sanktionen der EU wegen der völkerrechtswidrigen Besetzung der Krim behindern zusätzlich. Dulig will die Beziehungen zu Russland aber wie bisher weiter pflegen.
Partner in Europa wie die niederländische Provinz Brabant stünden vor ähnlichen Herausforderungen beim Umbau ihrer Wirtschaftsstruktur im Zeitalter der Digitalisierung, sagte Dulig. Deshalb wolle man solche Kooperationen stärken. Der Blick richte sich zudem auf Polen und Tschechien. „China bleibt ein entscheidender Markt. Hier gibt es tiefgreifende Veränderungen. Die politische Führung hat den klaren Anspruch formuliert, in den nächsten Jahren in bestimmten Bereichen die Nummer 1 in der Welt zu werden - auch technologisch.“
„Ich kann nur warnen, hochnäsig auf China zu schauen. Im Gegenteil. Wir müssen Augenhöhe herstellen und vom hohen Ross herunterkommen“, sagte Dulig, der für die SPD auf Bundesebene eine der Kontaktpersonen zur Kommunistischen Partei im Reich der Mitte ist. Gerade in Japan und China seien persönlicher Kontakt und Investorenpflege wichtig. „Man muss Gesicht zeigen und ein Gefühl für den anderen entwickeln. Da ist Kontinuität gefragt, mit einem Besuch ist es nicht getan.“ Deshalb sollten Besuche dort keine Eintagsfliege sein. Gerade in China gelte es Nischen wie die Umwelt- und Energietechnik zu besetzen.
„Wir sind weiter dabei, neue Märkte für uns zu entdecken - ob nun in Südamerika oder in Afrika. Dort spielt vor allem die TU Bergakademie Freiberg mit ihren Kompetenzen im Bergbau eine Rolle“, betonte der Minister. Sachsen könne mit seiner Vielseitigkeit auf den Weltmärkten präsent sein. Allerdings sei man dabei auch von geopolitischen Entwicklungen abhängig. Die Kooperation mit dem Iran, die sich 2016 hoffnungsvoll angebahnt habe, sei durch die aktuellen Entwicklungen in den USA und Israel, erschwert worden und könne vorerst nur sehr „niederschwellig“ weiterverfolgt werden.
Dulig will 2018 wie schon in den Vorjahren nach China reisen. Erstmals steht Vietnam auf dem Programm: „Auch das ist mit Blick auf die Historie ein guter Partner. Es gibt viele Menschen in Vietnam, die zu DDR-Zeiten hier gelebt, studiert und gearbeitet haben und nun in verantwortungsvollen Positionen Ansprechpartner sind.“ Weitere Reisen hat der Minister nach Kanada und in die Schweiz geplant.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

In Sachsen sind mehr als 200 Hausarztplätze nicht besetzt. Anfang Oktober fehlten 223 derartige Mediziner, in 22 von 47 Regionen droht eine Unterversorgung, wie das Sozialministerium auf Anfrage mitteilte.

30.12.2017

Angesichts dauerhaft hoher Studentenzahlen hat sich Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer gegen eine Verlängerung des Hochschulpakts ausgesprochen.

31.12.2017

Laufen, Radfahren, Schwimmen, Kugelstoßen und Weitsprung: Beim Deutschen Sportabzeichen kommt es auf Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Koordinationsvermögen an. Die Zahl der Sachsen, die das Abzeichen ablegen, steigt. Zudem wächst die Zahl älterer Menschen im Land, die in Sportvereinen und Fitness-Studios aktiv sind. Und die Branche stellt sich auf ihre älteren Mitglieder ein, wie eine dpa-Umfrage ergab.

30.12.2017
Anzeige