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Mitteldeutschland Sachsenlotto-Chef warnt vor Kollaps des staatlichen Glücksspiels
Region Mitteldeutschland Sachsenlotto-Chef warnt vor Kollaps des staatlichen Glücksspiels
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13:38 24.01.2018
Die sächsischen Lottospieler haben 2017 weniger Geld in die staatlichen Lotterien investiert. Quelle: dp
Leipzig

Der Chef der sächsischen Lottogesellschaft, Siegfried Schenek, warnt vor einem Kollaps des staatlichen Glücksspiels. Laut Schenek räumen die Schwarz- und Graumarktanbieter inzwischen ein Viertel der Bruttospielerträge in Deutschland ab - Tendenz steigend. „Es wird zur Folge haben, wenn es so weiter geht, dass das staatliche Glücksspiel kollabieren wird“, sagte der Lotto-Chef am Mittwoch. Er könne nicht erkennen, dass die in den Innenministerien der Länder angesiedelte Glücksspielaufsicht wirksam gegen die illegalen Anbieter vorgehe.

Legale Lotto- und Wettanbieter hätten 2015 in Deutschland einen Bruttospielertrag von 10,4 Milliarden Euro erwirtschaft. Schenek zitierte eine Studie, wonach an den Graumarkt - in Deutschland nicht zugelassene Vermittler mit Konzessionen aus dem EU-Ausland - 2,3 Milliarden Euro gingen. In den vornehmlich im Internet angesiedelten Schwarzmarkt flossen demnach 1,5 Milliarden Euro. Die staatlich stark regulierten Lottogesellschaften, die für ein seriöses und sicheres Glücksspiel stünden, könnten „dieses Spiel auf lange Sicht nicht gewinnen“, sagte Schenek.

2017 investierten die sächsischen Lottospieler weniger Geld in die staatlichen Lotterien. Ein Spieleinsatz von 299,5 Millionen Euro bedeute einen Rückgang von 3,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, sagte Schenek. Bundesweit habe der Rückgang bei 3,6 Prozent gelegen. Zu dem Minus hätten auch fehlende hohe Jackpots im zweiten Halbjahr geführt, die traditionell die Spieleinsätze steigen lassen.

An den Freistaat Sachsen flossen aus den Lotto-Geschäften 117 Millionen Euro. Sie setzten sich aus 65 Millionen Euro Reinerträgen, 51 Millionen Euro Lotteriesteuer und einer Million aus Erträgen der der Glücksspirale zusammen. Die Reinerträge fließen in die Förderung von Sport, Kultur und Wohlfahrt.

dpa

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