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Sachsen plant vier Schnellstraßen für Fahrradfahrer

Zwei kreuzen Dresden Sachsen plant vier Schnellstraßen für Fahrradfahrer

Sachsen plant vier Schnellstraßen für Radfahrer, davon zwei in Dresden und seinem Umland. Die Radschnellwege sollen gut ausgebaute, etwa vier Meter breite Strecken sein und helfen, den Pendelverkehr mit Autos zu reduzieren.

Die Radschnellwege sollen gut ausgebaute, etwa vier Meter breite Strecken sein und helfen, den Pendelverkehr mit Autos zu reduzieren. Auf ihnen sollen weder Kreuzungen noch Ampeln die Radler bremsen. (Symbolbild)

Quelle: dpa

Dresden. Sachsen plant vier Schnellstraßen für Radfahrer, davon zwei in Dresden und seinem Umland. Das geht aus der Antwort von Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) auf eine Kleine Anfrage der Landtags-Grünen hervor. Demnach werden Radschnellwege zwischen Pirna und Meißen sowie Radeberg und Dippoldiswalde vorgeschlagen, die beide Dresden durchkreuzen werden. Hinzu kommen die Routen Markkleeberg-Halle/Saale und Markleeberg-Weiße Elster im Leipziger Raum. Vorangegangen war eine Abfrage des Bundesverkehrsministeriums nach dem Bedarf solcher Strecken.

Die Radschnellwege sollen gut ausgebaute, etwa vier Meter breite Strecken sein und helfen, den Pendelverkehr mit Autos zu reduzieren. Auf ihnen sollen weder Kreuzungen noch Ampeln die Radler bremsen. Dabei sollen sowohl herkömmliche Fahrräder als auch E-Bikes die für wenigstens 2000 Zweiräder am Tag ausgelegten Strecken nutzen können. Vorbild für die neuen Tempo-Trassen ist Deutschlands erster Radschnellweg, der unter dem Namen RS 1 in Nordrhein-Westfalen von Essen bis Hamm auf insgesamt 102 Kilometer Länge ausgebaut wird.

Die sächsischen Projekte fallen da bescheidener aus. Sie alle liegen zwischen 30 und 50 Kilometern Länge. Vor 2021 wird zudem keine von ihnen gebaut werden. Bis dahin wird die Streckendiskussion interessant sein, sollen doch bestehende Radwanderwege nicht in den neuen Routen aufgehen. Für Dresden bedeutet dieses Dogma: Der Elberadweg ist tabu. Stattdessen ist es geplant, verkehrsarme Nebenstraßen und Feldwege auch mit Brücken auszubauen. Ob sich dieses Ansinnen im engen Elbtal überall durchsetzen lässt, ist unklar.

Das hat auch mit den bisher geringen Planungsbemühungen im Wirtschaftsministerium zu tun, wie sie die verkehrspolitische Sprecherin der Grünen, Katja Meier, kritisiert. Der Freistaat müsse jetzt in Vorleistung gehen, sonst habe er beim Wettlauf um die Fördermillionen das Nachsehen. "Sachsen hat leider nur vier mögliche Projekte benannt", beklagt Meier- Niedersachsen habe beispielsweise 13 Projekte genannt, Hessen zehn.

Im Juni soll entschieden werden, wie sich Bund und Land in die Kosten teilen. Nach Expertenmeinung muss der Bund wohl eine dreistellige Millionensumme beisteuern. Das Wirtschaftsministerium plant die Verwirklichung der sächsischen Vorhaben bis 2026.

Roland Herold und Uwe Hofmann

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