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Sachsen in Vorreiter-Rolle: "Jetzt ist die günstigste Zeit für die Grippe-Impfung"

Sachsen in Vorreiter-Rolle: "Jetzt ist die günstigste Zeit für die Grippe-Impfung"

Bislang gibt es nur wenige Grippe-Erkrankungen, doch Experten warnen bereits vor einer möglicherweise heftigen Grippewelle. Denn nach dem harmlosen Verlauf der vorherigen Influenza-Saison dürfte die Immunität der Bevölkerung gesunken sein.

Sachsens Gesundheitsministerin Christine Clauß (CDU) und ihre Thüringer Amtskollegin Heike Taubert (SPD) riefen dazu auf, sich noch rechtzeitig impfen zu lassen. Clauß appellierte: "Jetzt ist die günstigste Zeit für die Impfung, die jährlich wiederholt werden sollte. Die Impfung ist der beste und wirksamste Schutz gegen die saisonale Grippe."

Sachsen ist das einzige Bundesland mit einer eigenen Impfkommission. Deren Empfehlungen gehen deutlich über die Vorgaben der Ständigen Impfkommission des Robert-Koch-Instituts (STIKO) hinaus. Dietmar Beier, Vorsitzender des sächsischen Gremiums, sieht darin eine Vorreiterrolle. Er meint, dass früher oder später auch bundesweit ein Grippeschutz für alle Bürger empfohlen werde, wie dies für Sachsen der Fall ist. Beier "Die Grippeschutzimpfung empfehlen wir für alle Kinder ab dem 6. Lebensmonat, Jugendliche und Erwachsene, weil es auch alle Altersgruppen betrifft." Besonders Kinder, die als "Feuer der Influenza" bezeichnet werden, erkranken sehr schnell, bringen das Virus mit nach Hause, stecken andere an. Zum Schutz der Kinder selbst, und auch um weitere Übertragungen zu vermeiden, sei eine Impfung notwendig.

Die Impfraten liegen in Sachsen immerhin höher als der Bundesschnitt, zufriedenstellend sind sie laut Angaben von Beier aber dennoch nicht. Schätzungsweise 30 Prozent aller Sachsen ließen sich impfen. Bei den über 60-Jährigen seien es etwa 60 Prozent, empfohlen werde in dieser Altersgruppe aber eine Impfrate von 75 Prozent. Einen 100-prozentigen Schutz gebe es auch mit einer Impfung nicht, so Beier. Aber als "absolut unmöglich" bezeichnete er es, durch die Schutzimpfung erst die Grippe zu bekommen und davon krank zu werden. Schließlich würden keine lebenden Viren geimpft. Bis ein wirksamer Schutz nach der Impfung aufgebaut ist, dauert es etwa 10 bis 15 Tage.

Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Grippeschutzimpfung für Menschen ab 60, chronisch Kranke, Schwangere und medizinisches Personal. Für diese Risikogruppen werden die Kosten von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Aber auch in Sachsen müssen - trotz erweiterter Impfempfehlung - nicht in allen Fällen die Kosten von den Kassen für eine Impfung bezahlt werden. Darauf wies Klaus Heckemann, Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen, hin. Die Empfehlungen der sächsischen Impfkommission seien nicht bindend. Dennoch würden einige Kassen die Leistungen auch für weitere Personen, die nicht zu den Risikogruppen gehörten, übernehmen. So sind bei der KV Sachsen die Krankenkassen IKK Klassik, die KKH und die TK gelistet, die die Impfung für alle Versicherten bezahlen. Auch die Barmer GEK teilte mit, die Impfkosten in jedem Fall zu übernehmen: "Wir hoffen, dass sich in diesem Jahr deutlich mehr Menschen impfen lassen, als im Vorjahr."

In der vergangenen Saison ließen sich 1,3 bis 1,4 Millionen Sachsen impfen, in Thüringen sind es jährlich rund 550 000 Menschen. Auch die Barmer in Thüringen rief dazu auf, sich noch im November impfen zu lassen. Höchst bedenklich sei es, dass gerade einmal jeder fünfte medizinische Mitarbeiter gegen Grippe geimpft sei, hieß es. Dies berge ein hohes Ansteckungspotenzial. Die Kassen hätten aber ausreichend Impfstoff geordert, bei der Lieferung habe es keine Probleme gegeben.

Die AOK Plus orientiert sich bei der Bezahlung der Leistung ebenfalls an den STIKO-Empfehlungen, erweiterte dies aber für Menschen ab dem 50. Lebensjahr. Zudem übernimmt die sächsisch-thüringische Kasse seit Oktober die Kosten für die jährliche Grippeschutzimpfung für Kinder ab dem 6. Lebensmonat bis zum vollendeten 7. Lebensjahr. Neben den Hausärzten gibt es noch die Möglichkeit, sich in den Gesundheitsämtern impfen zu lassen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 05.11.2014

Romy Richter

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