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Mitteldeutschland Sachsen gibt weitere Gebeine aus der Kolonialzeit zurück
Region Mitteldeutschland Sachsen gibt weitere Gebeine aus der Kolonialzeit zurück
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06:29 11.04.2019
Das Museum für Völkerkunde in Dresden befindet sich im Japanischen Palais. Quelle: Archiv
Dresden

Sachsen gibt weitere Gebeine aus der Kolonialzeit an ein Herkunftsland zurück. Die sterblichen Überreste von 37 indigenen Australiern stammen aus dem ethnografischen Bestand der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und sind seit dem frühen 20. Jahrhundert in Sachsen. Stücke aus dem Leipziger Grassi-Museum seien nicht darunter, bestätigte Museums-Sprecherin Ute Uhlemann.

Sie werden am Montag zusammen mit fünf Stücken aus der Meckelschen Sammlung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (Sachsen-Anhalt) in der Australischen Botschaft in Berlin übergeben, wie das Kunstministerium in Dresden am Mittwoch ankündigte.

Die Zeremonie sei Teil einer Restitution von 53 menschlichen Gebeinen indigener Australier aus fünf deutschen Sammlungen. Bereits am Dienstag war in München ein mumifizierter Leichnam an dessen Nachfahren übergeben worden.

Sachsen hatte erstmals im Oktober 2017 Gebeine kolonialer Herkunft nach intensiver Provenienzforschung restituiert - damals an Hawaii. Es war die erste Rückgabe aus deutschen Museen an den Inselstaat überhaupt. Wie viele solcher Stücke sich noch in Sachsen befinden, ist nicht genau bekannt. Die menschlichen Überreste waren meist in der Kolonialzeit Bestandteil anthropologischer Sammlungen geworden.

Von LVZ