Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Mitteldeutschland Sachsen gedenkt der Nazi-Opfer - Warnungen vor dem Vergessen
Region Mitteldeutschland Sachsen gedenkt der Nazi-Opfer - Warnungen vor dem Vergessen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:38 09.09.2015
Anzeige

„Es ist gefährlich, zu vergessen, wozu der Mensch am Menschen fähig ist“, sagte Landtagspräsident Matthias Rößler am Montag bei einem Gedenkkonzert im Landtag in Dresden. „Wir brauchen den 27. Januar als Mahnung, damit er uns an das Erinnern erinnert“, sagte Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU).

Seit 1996 wird in Deutschland am Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau der mehr als sechs Millionen Juden und anderen Menschen gedacht, die unter dem Nazi-Regime ermordet wurden.

„Die Gefahr einer Wiederholung bleibt dann gebannt, wenn in den Köpfen und den Herzen klar ist, dass die Würde eines jeden Menschen unantastbar ist“, sagte Tillich. „Das bedeutet, dass für Antisemitismus, für Fremdenfeindlichkeit und Extremismus kein Platz ist.“

Der „Unkultur des Vergessens“ müsse eine Kultur der Zuwendung und Anerkennung entgegengesetzt werden, sagte Rößler vor rund 350 geladenen Gästen, darunter Vertreter von Opferverbänden und Schüler. Er erinnerte an das Schicksal des jüdischen Barock-Komponisten und Geigenvirtuosen Salamone Rossi, der vermutlich bei antisemitischen Pogromen in seinem Heimatland Italien getötet und dessen Spuren zunächst aus der Geschichte getilgt wurden. „Dem Vergehen folgte das Vergessen“, sagte Rößler. „Sein Schicksal hat sich im 20. Jahrhundert millionenfach wiederholt.“

Tillich verwies auf Initiativen und Aktivitäten aus Sachsen, die zu einer Versöhnung und Verständigung mit den Opfern und ihren Nachfahren auch in Israel beitrügen. „Für mich ist das Gedenken immer beides: Erinnern und Handeln“, sagte er.

Auch andernorts im Freistaat wurde am Montag bei einer Vielzahl von Veranstaltungen der Opfer gedacht. Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) sprach am steinernen Obelisken, der an das „Massaker von Abtnaundorf“ vom 18. April 1945 erinnert, bei dem mehr als 80 KZ-Häftlinge von Gestapo und SS ermordet wurden. Die Chemnitzer Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (SPD) hatte die Bürger aufgerufen, zum Mahnmal im Park der Opfer des Faschismus zu kommen.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Gefahr aus dem Kalten Krieg: Weit über 35000 Grenzminen, die noch immer entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze in Sachsen und Thüringen vermutet werden, sollen dennoch vorerst bleiben, wo sie sind.

09.09.2015

Sachsens SPD-Chef Martin Dulig hat sich für eine bessere Finanzierung des Bildungssystems ausgesprochen. Dafür sollten in den nächsten zehn Jahren insgesamt 2,75 Milliarden Euro zusätzlich ausgegeben werden, sagte er beim Zukunftskongress „Sachsenmiteinander“ der Landtagsfraktion am Samstag in Dresden.

09.09.2015

Gesundheitsministerin Christine Clauß (CDU) möchte mehr Geld in die Suchtberatung stecken. Sie werde sich bei den Haushaltsberatungen um eine Aufstockung bemühen, sagte die Ministerin am Freitag in Dresden.

09.09.2015
Anzeige