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Mitteldeutschland Sachsen digitalisiert Grundbuchakten
Region Mitteldeutschland Sachsen digitalisiert Grundbuchakten
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14:42 05.04.2017
Symbolbild Quelle: dpa
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Der Grundbesitz in Sachsen wird künftig nur noch digital erfasst. Von Herbst 2018 an sollen neue Einträge in allen 25 Grundbuchämtern des Freistaates nur noch elektronisch bearbeitet werden. Als erstes Grundbuchamt nahm Chemnitz die papierlose Erfassung auch der Grundbuchakte auf. Zuvor war in Dresden von April 2014 an und in Leipzig seit Februar 2015 der Betrieb in Pilotprojekten getestet worden.

Auch wenn es nach der Einführung zunächst ein Mehraufwand sei, verspreche man sich davon eine effektivere Arbeit, sagte Justizminister Sebastian Gemkow (CDU) am Mittwoch bei der Vorstellung des Systems in Chemnitz. Von 2011 bis 2017 gibt der Freistaat demnach gut 950 000 Euro für die notwendige Hard- und Software wie Scanner oder Signatureinrichtungen in den Justizbehörden aus.

Notare scannen künftig alle Unterlagen für Grundbucheinträge und reichen diese dann elektronisch ein. Durch das neue Verfahren sollen die Unterlagen zum Beispiel vor Zerstörung besser geschützt werden. „Die Akten sind jetzt sicherer“, sagte IT-Experte Henry Bartho von der Leitstelle für Informationstechnologie der sächsischen Justiz (LIT). Darüber hinaus dient die Digitalisierung aller Daten der Grundbücher auch dem Schutz vor Missbrauch. „Es ist jederzeit nachvollziehbar, wer Einsicht nimmt“, sagte Gemkow.

Alte Grundbuchakten sollen nicht digitalisiert werden. Diese bleiben in Papierform erhalten. Derzeit gibt es laut Ministerium 1,8 Millionen Grundakten.

Pro Jahr werden in Sachsen mehr als 300 000 Anträge auf Grundbucheintragungen gestellt. Dies bedeute eine Datenmenge von bis zu 1,2 Terabyte. In einem Rechenzentrum für ganz Sachsen stehen zur Zeit für Grundbücher, Handelsregister und die dazugehörige Software 20 Terabyte zur Verfügung. Zum Vergleich: Ein handelsüblicher Laptop hat oft 0,512 bis 1 Terabyte Speicherplatz auf der Festplatte.

Als nächste Grundbuchämter sollen vom 1. Juni an Pirna, Plauen und Bautzen sämtliche Vorgänge nur noch elektronisch abwickeln. Im August sollen Eilenburg, Aue und Hohenstein-Ernstthal folgen.

dpa

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