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Sachsen braucht mehr Sorbischlehrer

Erhaltene Sprache Sachsen braucht mehr Sorbischlehrer

Sachsen will auch künftig die Entwicklung der nationalen Minderheit der Sorben stärken. Entsprechende Maßnahmen würden 2018 fortgesetzt, sagte Sachsens Wissenschafts- und Kunstministerin Eva-Maria Stage (SPD) am Dienstag in Dresden. Vor allem der Erwerb und die Pflege der sorbischen Sprache müssten weiter gefördert werden.

Symbolbild.

Quelle: dpa

Dresden. Sachsen will auch künftig die Entwicklung der nationalen Minderheit der Sorben stärken. Entsprechende Maßnahmen würden 2018 fortgesetzt, sagte Sachsens Wissenschafts- und Kunstministerin Eva-Maria Stange (SPD) am Dienstag in Dresden. Vor allem der Erwerb und die Pflege der sorbischen Sprache müssten weiter gefördert werden. Zentraler Punkt dafür sei, mehr sorbischsprachige Lehrer auszubilden und mehr Studienbewerber zu finden. Der Bedarf an Lehrern sei jedenfalls deutlich höher als Studenten derzeit ausgebildet werden.

Die Universität Leipzig ist die einzige Einrichtung Deutschlands, die das Fach Sorbisch anbietet. Die Kapazitäten des Instituts für Sorabistik an der Universität Leipzig reichten aus, aber es mangele an geeigneten Bewerbern, sagte Stange. Dennoch sei sie „nicht skeptisch“, dass die sorbische Sprache auch weiterhin erfolgreich weitergegeben wird. Die zweisprachige Erziehung in den Kitas werde zum Beispiel mit Erfolg praktiziert.

Besonderer Handlungsbedarf bestehe zudem in den sorbischen Siedlungsgebieten, die durch Tagebaue beeinträchtigt seien, sagte Stange. Dörfer, die nun doch nicht abgebaggert werden wie etwa Mulkwitz, müssten entwickelt werden, eine Infrastruktur angepasst werden. Dazu zähle unter anderem der Bau von Kindertagesstätten.

„Es ist für mich selbstverständlich, dass wir die Sorben dabei unterstützen, ihre Sprache, ihre Kultur zu leben und an folgende Generationen weiterzugeben“, sagte die Ministerin. Die Sorben siedeln seit mehr als tausend Jahren im heutigen Gebiet der Lausitz. Schätzungen zufolge leben in Brandenburg und Sachsen rund 60.000 Sorben.

Stange stellte den mittlerweile fünften Bericht der sächsischen Landesregierung zur Lage des sorbischen Volkes vor. Er umfasst 85 Seiten, wurde am Dienstag vom Kabinett gebilligt und wird nun dem sächsischen Landtag übermittelt. Der Stolz auf das sorbische Volk, seine Sprache, Kultur und Überlieferung seien ein fester Bestandteil Sachsens und Deutschlands, betonte die Ministerin. Die Sorben bereicherten das gesellschaftliche Leben und stünden für die Vielfalt unterschiedlicher Kulturen. „Wir wollen, dass es Ihnen so gut geht wie allen anderen Sachsen“, sagte Stange.

Unter anderem wurde mit dem Institut für Sorabistik der Universität Leipzig ein Maßnahmepaket verabschiedet, dass die Werbung um Interessenten für das Lehramtsstudium vorsieht. Auch Anreize für den Einsatz von Lehramtsstudierenden im sorbischen Siedlungsgebiet sollen geschaffen und Lehrkräfte aus dem Ausland geworben werden.

Der Bund sowie die Länder Sachsen und Brandenburg unterstützen die Sorben über die gemeinsame Finanzierung der Stiftung für das sorbische Volk. Ein im Februar verabschiedetes Abkommen bis 2020 sieht eine jährliche Gesamtförderung in Höhe von 18,6 Millionen Euro. Demnach werden 9,3 Millionen Euro vom Bund, 6,2 Millionen Euro vom Freistaat Sachsen und 3,1 Millionen Euro von Brandenburg getragen.

dpa

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