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Sachsen: Hallenbäder fehlen, Schulen streichen Schwimmunterricht

Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft warnt: Sachsen: Hallenbäder fehlen, Schulen streichen Schwimmunterricht

Wegen fehlender oder ausgebuchter Hallenbäder fällt es Schulen in Sachsen immer schwerer, Schwimmunterricht anzubieten. „Besonders im ländlichen Raum und in den kleinen Gemeinden werden Schwimmbäder rar“, kritisiert die Zwickauer Bundestagsabgeordnete der Linken, Sabine Zimmermann.

 Wegen fehlender oder ausgebuchter Hallenbäder fällt es Schulen in Sachsen immer schwerer, Schwimmunterricht anzubieten.

Quelle: A. Döring (Archiv)

Leipzig.  Wegen fehlender oder ausgebuchter Hallenbäder fällt es Schulen in Sachsen immer schwerer, Schwimmunterricht anzubieten. „Besonders im ländlichen Raum und in den kleinen Gemeinden werden Schwimmbäder rar“, kritisiert die Zwickauer Bundestagsabgeordnete der Linken, Sabine Zimmermann. Grund für die Schließungen sei die schlechte Finanzsituation der Kommunen. Die vom Sparzwang geleitete Politik in Sachsen zeige verheerende Auswirkungen. 58 Gemeinden im Freistaat ­hätten noch keinen Haushalt für 2016 vorlegen können, so Zimmermann.

Laut einer Studie der DLRG (Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft) kann jedes zweite Kind im Grundschulalter in Deutschland nicht schwimmen. „Gerade das macht den Schwimmunterricht in den Schulen so wichtig“, sagt Markus Ostermeier, stellvertretender Bundesleiter Wasserwacht beim Roten Kreuz. „Allerdings kommen immer mehr Schulen dieser Verantwortung nicht nach, weil die Schüler weiten Weg zum Schwimmbad haben oder in den Hallen kaum noch freie Zeiten zu bekommen sind.“ Seit 2007 sind in Deutschland 371 Bäder geschlossen worden, davon 223 Hallenbäder. Weitere 670 Bäder sind akut von der Schließung bedroht. Im gleichen Zeitraum wurden nur 21 Bäder neu gebaut und 90 saniert, hat die DLRG ermittelt. „Die Ausdünnung der Bäderlandschaft muss endlich aufhören“, fordert Ostermeier.

Im vergangenen Jahr kamen 25 Kinder unter 15 Jahren bei Badeunfällen ums Leben, im Jahr zuvor waren es 21. Viele von ihnen konnten laut Ostermeier nicht oder nur ungenügend schwimmen. Die DRK-Wasserwacht ist mit rund 5000 Ehrenamtlichen der größte Wasserrettungsdienst in Sachsen.

In den vergangenen Jahren seien in Sachsen sechs Hallenbäder geschlossen worden, berichtet Uwe Horn, Referent Schwimmstätten im sächsischen Schwimm-Verband. So schloss das Erzgebirgsbad in Thalheim oder die Schwimmhalle in Gröditz (Landkreis Meißen), und das trotz Bürgerprotesten.

Bezüglich der Hallenbäder stehe Sachsen bundesweit noch gut da, sagt Horn, der die Kommunen bei Umbau oder Nutzung von Schwimmhallen berät. Als ein positives Beispiel nennt er die Gemeinde Zwönitz im Erzgebirge. Dort werde das marode Hallenbad durch einen Neubau ersetzt, auch um weiterhin Schwimmunterricht anbieten zu können. Das Sportbad in Markkleeberg (Kreis Leipzig) soll in diesem Jahr fertig werden. Als vorbildlich bezeichnet Horn ferner die Arbeit der Sportbäder Leipzig GmbH. In Leipzig ist gerade der Fördermittelbescheid für die Schwimmhalle Mitte für einen Anbau übergeben worden. „In Leipzig wird viel für den Breitensport getan, aber wenig für den Leistungssport“, sagt Horn, der selbst Leistungssportler war. Nicht eine Halle sei für Wettkämpfe zertifiziert. In Dresden entstehe mit dem Neubau und der Sanierung der Schwimmhalle am Freiberger Platz eine Wettkampfstätte.

Anders sehe es in vielen ländlichen Regionen aus. Er rechnet 2017 mit der Schließung von mindestens zwei Hallen, weitere stünden in den kommenden Jahren vor dem Aus, „weil die Kommunen kein Geld für die notwendigen Erhaltungsarbeiten aufbringen können“.

Von Andreas Dunte

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