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Rente mit 63 weiter voll im Trend

Deutsche Rentenversicherung Mitteldeutschland Rente mit 63 weiter voll im Trend

Die abschlagsfreie Rente mit 63 ist in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen nach wie vor gefragt. Im ersten Halbjahr 2017 haben in diesen Ländern 10.766 Arbeitnehmer Anträge darauf gestellt. Davon waren 4956 Versicherte mit Wohnsitz in Sachsen, 2802 in Sachsen-Anhalt und 2890 in Thüringen.

Das reguläre Renteneintrittsalter wird bis zum Jahr 2029 auf 67 Jahre erweitert.

Quelle: dpa

Leipzig. Die abschlagsfreie Rente mit 63 ist in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen nach wie vor gefragt. Im ersten Halbjahr 2017 haben in diesen Ländern 10 766 Arbeitnehmer Anträge darauf gestellt, wie die Deutsche Rentenversicherung Mitteldeutschland in Leipzig mitteilte. Davon waren 4956 Versicherte mit Wohnsitz in Sachsen, 2802 in Sachsen-Anhalt und 2890 in Thüringen. Den Angaben zufolge haben 23 515 Arbeitnehmer im Jahr 2016 die Rente mit 63 in den drei Ländern beantragt. Im Jahr davor waren es mit 23 670 etwa ebenso viele.

Die Deutsche Rentenversicherung Mitteldeutschland hat rund 2,1 Millionen Versicherte, das macht etwa die Hälfte der Rentenversicherten in den drei Ländern aus. Andere Arbeitnehmer sind bei der Deutschen Rentenversicherung Bund beziehungsweise bei der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See versichert. Sie schlüsseln die Zahl der Anträge auf eine abschlagsfreie Rente mit 63 jedoch nicht für die einzelnen Länder auf.

Im Jahr 2015 wurden bei der Deutschen Rentenversicherung Bund insgesamt 246 843 Anträge auf die abschlagsfreie Altersrente für besonders langjährig Versicherte gestellt, im vergangenen Jahr waren es 241 419. Die Daten für das erste Halbjahr 2017 lagen noch nicht vor, wie die Institution mitteilte.

Der Vize-Präsident des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), Oliver Holtemöller, hat indes die Rückkehr zur Rente mit 63 als größten Fehler der ablaufenden Legislaturperiode bezeichnet. Der Schritt sei teuer und eine Umverteilung von unten nach oben, sagte er. Es würden nicht diejenigen erreicht, die die Hilfe der Solidargemeinschaft am nötigsten brauchten. Vielmehr profitierten Menschen mit 45 Versicherungsjahren, die ohnehin hohe Renten bezögen. „Erwirtschaftet wird das auch aus den Rentenversicherungsbeiträgen von Menschen mit niedrigem Rentenanspruch“, kritisierte der Ökonom.

Seit Juli 2014 können Arbeitnehmer in Deutschland, die mindestens 45 Jahre in die Rentenversicherung eingezahlt haben, ohne Einbuße bei ihrer gesetzlichen Altersrente vorzeitig in den Ruhestand gehen. Das reguläre Renteneintrittsalter wird bis zum Jahr 2029 auf 67 Jahre erweitert.

dpa

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