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Rechen-Giganten und Mikrochips: Hoyerswerda bekommt ein IT-Museum

Konrad Zuse Rechen-Giganten und Mikrochips: Hoyerswerda bekommt ein IT-Museum

Bill Gates und Apple kennt jeder. Aber Konrad Zuse? Er ist bei weitem nicht so bekannt - obwohl er den ersten funktionstüchtigen Computer der Welt entwickelte.

Alte Schreibmaschinen und Computer stehen am 26.01.2017 im ZCOM Zuse-Computer-Museum in Hoyerswerda (Sachsen). Das neue ZCOM Zuse-Computer-Museum zeigt die rasante Entwicklung von der ersten behäbigen Rechenmaschine bis zu aktuellen Hochleistungsprozessoren. Namenspate der neuen Schau ist mit Konrad Zuse der Erfinder des ersten Computers, der in der sächsischen Kleinstadt sein Abitur ablegte.

Quelle: dpa

Hoyerswerda. Der erste funktionsfähige Computer der Welt war so groß wie drei geräumige Kühlschränke. Er hieß Z3 und wurde 1941 von Konrad Zuse (1910-1995) konstruiert. Dem Computerpionier und der Geschichte der IT-Technik widmet sich in Hoyerswerda nun ein ganzes Museum. „Nach drei Jahren Bauzeit eröffnen wir am Sonnabend das Haus mit einem großen Museumsfest“, sagte Museumsleiterin Andrea Prittmann. Zuse, gebürtiger Berliner, hatte in Hoyerswerda das Abitur abgelegt. Betrieben wird das Museum von einer Stiftung.

Das Zuse-Computer-Museum (ZCOM) befindet sich in einem elfgeschossigen Plattenbau. Auf über 1000 Quadratmetern informiert es über die Entwicklung des Computers in den vergangenen acht Jahrzehnten und Risiken der Technik. „Das größte Exponat ist die Zuse-Rechenmaschine Z22R, das kleinste moderne Mikrochips“, sagte Prittmann. Zurückgreifen konnten die Ausstellungsmacher auf eine vorhandene IT-Sammlung aus Hoyerswerda. Die ersten Exponate wurden anlässlich des ersten Besuchs von Zuse in der Stadt nach der Wende 1991 zusammengetragen. Später wurde der Wissenschaftler Ehrenbürger von Hoyerswerda.

Der deutsche Professor Dr.Ing. Konrad Zuse, der weltweit als «Vater des Computers» gilt, bei einem Rundgang durch die IENA 82 am 03.11.1982 in Nürnberg (Bayern) vor einem Computer.

Der deutsche Professor Dr.Ing. Konrad Zuse, der weltweit als «Vater des Computers» gilt, bei einem Rundgang durch die IENA 82 am 03.11.1982 in Nürnberg (Bayern) vor einem Computer.

Quelle: dpa

In der sächsischen Kleinstadt besuchte der spätere Diplom-Ingenieur zwischen 1923 und 1928 das Reform-Realgymnasium. Die jungen, aufgeschlossenen Lehrer unterstützten seine Begeisterung für Technik und Konstruktionen. An der heutigen TU Berlin studierte Zuse Maschinenbau und Bauingenieurwesen. Nach einem beruflichen Intermezzo bei den Henschel Flugzeug-Werken in Schönefeld machte er sich selbstständig. Die von ihm erfundene erste programmierbare Rechenmaschine Z3 wird 1943 bei einem Luftangriff zerstört.

Kurz nach dem Krieg tüftelte Zuse schon wieder an einem Computer, entwickelte eine der ersten höheren Programmiersprachen. 1949 gründete er im hessischen Neukirchen die Zuse AG, die später nach Bad Hersfeld zog. Bis 1967 baute das Unternehmen Computer. Wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten erwarb Siemens die Firma.

Zahlreiche von Zuses Entwicklungen kamen nach der Wende nach Hoyerswerda. So entstand eine Sammlung mit über 5000 Exponaten, darunter die frei programmierbaren Rechenmaschinen Z11, Z22, Z22R, Z23, Z25 sowie Z64. Dazu kommen Computer vom VEB Robotron, Lochkartenmaschinen und andere Raritäten.

Mit dem Zuse-Computer-Museum haben diese Schätze nun eine neue Heimat. Die Besucher werden von unterschiedlichsten technischen Geräten mit einem Computer im Bauch empfangen. Es gibt auch Mitmachgelegenheiten. Kinder können etwa mit Hilfe einer Taktkurbel erfühlen, wie behäbig die Rechner einst waren. 

Auch die künstlerischen Arbeiten des Technikpioniers werden gezeigt. Er hatte sich unter dem Pseudonym Kuno See der Malerei gewidmet. Sein Lieblingsmotiv waren Wolkenkratzer.

Von Miriam Schönbach, dpa

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