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Mitteldeutschland Ramadan im Flüchtlingsheim: Betreiber aufs Fasten vorbereitet
Region Mitteldeutschland Ramadan im Flüchtlingsheim: Betreiber aufs Fasten vorbereitet
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10:21 05.06.2016
Quelle: dpa
Dresden

In den Flüchtlingsunterkünften des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) ist man auf den Ramadan vorbereitet. Für die Bewohner, die sich an die im islamischen Fastenmonat vorgeschriebenen Regeln halten wollen, werde es ab diesem Montag besondere Öffnungszeiten bei der Essensausgabe geben, sagte DRK-Sprecher Kai Kranich. „So wird die Essensversorgung nach Sonnenuntergang für zwei Stunden geöffnet und vor Sonnenaufgang ebenfalls eine Stunde für die Frühstücksversorgung bereitstehen.“ Flüchtlinge, die nicht fasten, seien nicht betroffen und bekämen ihre Mahlzeiten zu den „normalen“ Zeiten.

Der Ramadan hat für Muslime eine besondere Bedeutung. Die im Koran verankerte Pflicht zum Fasten ist neben täglichen Gebeten, dem Glaubensbekenntnis, dem Geben von Almosen und der Wallfahrt nach Mekka einer der fünf Grundpfeiler des Islams. Während des Fastenmonats sollen Muslime von Tagesanbruch bis Sonnenuntergang auf Essen, Trinken, Rauchen und Sex verzichten.

Kranich schätzt, dass etwa 40 bis 50 Prozent der aktuell noch 5153 Bewohner in den neun vom DRK betriebenen Erstaufnahmeeinrichtungen in Sachsen den Ramadan vollziehen wollen. Das hätten die Erfahrungen im letzten Jahr gezeigt. „Dies verringert sich aber im Verlauf des Fastenmonats auf 20 bis 30 Prozent.“

Schon im Vorfeld seien die Bewohner von Dolmetschern und den sozialen Betreuern informiert und gefragt worden, ob sie fasten wollen. Wenn ja, werde dies auf ihrer Chipkarte vermerkt.

Zwar sei kein erhöhter Bedarf an medizinischer Betreuung abzusehen, sagte Kranich. „Trotzdem sind die Mitarbeiter über Dehydrationserscheinungen und Symptome von niedrigem Blutzucker informiert.“ Bei Zusammenstellung der Lebensmittel werde auf Kohlenhydrate möglichst verzichtet. „Weniger Reis, Nudeln, Brot. Mehr Fleisch, frisches Obst und Gemüse, Kichererbsen, Humus, Falafel. Viel Wasser und Tee. Viel Süßes.“

dpa

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