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Prozess um Sexualmord aus DDR-Zeit begonnen - Angeklagter schweigt

Mordfall Heike Wunderlich Prozess um Sexualmord aus DDR-Zeit begonnen - Angeklagter schweigt

In Zwickau wird ein Sexualmord aus DDR-Zeit verhandelt. Vor dem Landgericht ist ein 61 Jahre alter Mann angeklagt, der 1987 eine junge Frau umgebracht haben soll. Zu Prozessbeginn werden nur die Anklageschrift verlesen und einige Formalien geklärt.

Richter Klaus Hartmann (M) eröffnet am 12.12.2016 den Prozess im Fall "Wunderlich" im Landgericht Zwickau (Sachsen). Einem 61 Jahre alten Frührentner aus Gera wirft die Staatsanwaltschaft vor, im April 1987 die damals 18 Jahre alte Heike Wunderlich in der Nähe der Stadt Plauen sexuell missbraucht und getötet zu haben.

Quelle: Jan Woitas/dpa

Zwickau. Ein Prozess um einen Sexualmord aus der DDR-Zeit hat vor dem Landgericht Zwickau begonnen. Angeklagt ist ein 61 Jahre alter Frührentner aus Gera in Thüringen. In der am Montag zum Auftakt verlesenen Anklageschrift wirft die Staatsanwaltschaft Helmut S. vor, im April 1987 die damals 18-jährige Heike Wunderlich in der Nähe der Stadt Plauen sexuell missbraucht und getötet zu haben. „Das ist strafbar als Mord“, sagte Staatsanwalt Holger Illing. Der Verdächtige äußerte sich zum Prozessauftakt wie erwartet nicht zu den Vorwürfen.

Ein Prozess um einen Sexualmord aus der DDR-Zeit hat vor dem Landgericht Zwickau begonnen.

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„Wir haben mit unserem Mandanten entschieden, dass er erstmal schweigt“, sagte Cord Hendrik Schröder, einer von zwei Pflichtverteidigern. Die Untersuchungshaft verbringt der Angeklagte wegen der Folgen eines Schlaganfalls im Haftkrankenhaus in Leipzig.

In der vom Staatsanwalt verlesenen Anklageschrift heißt es, dass Helmut S. die junge Frau zur Verdeckung eines vorangegangenen Sexualdeliktes erdrosselte. Dies habe er getan, indem er ein Gummiband sowie Teile ihres BH und ihres Slips um ihren Hals legte und zuzog, bis der Tod eintrat. Weil die Tat zu DDR-Zeiten verübt worden ist, ist der Tatverdächtige auch nach Paragraf 112 des Strafgesetzbuches der DDR (Mord) angeklagt.

Helmut S. wurde in einem Rollstuhl in den Schwurgerichtssaal gebracht. Der Frührentner hatte 2012 einen Schlaganfall erlitten und ist seither halbseitig gelähmt. Ein Gutachten attestiert ihm, pro Tag nur zwei Stunden mit einer angemessenen Pause dazwischen verhandlungsfähig zu sein.

Laut Verteidigung hat er darüber hinaus erhebliche Sprachstörungen und kann sich weder schriftlich noch mithilfe einer Computertastatur verständlich machen. „Wir haben ein ganz übles Kommunikationsproblem“, sagte Schröder.

Der Vorsitzende Richter Klaus Hartmann äußerte daran Zweifel. Schließlich sei der Angeklagte auf Facebook aktiv gewesen. „Das müssen wir uns eventuell genau anschauen“, sagte er.

Die Auftaktverhandlung hatte mit gut zweieinhalbstündiger Verspätung begonnen. Als Grund dafür nannte Gerichtssprecher Altfrid Luthe Abstimmungsprobleme unter den Haftanstalten in Leipzig und Zwickau, wer für den Transport des Angeklagten verantwortlich ist..

Nach knapp 30 Minuten war der erste Verhandlungstag beendet. Der Prozess wird am Freitag um 9 Uhr mit der Vernehmung der ersten Zeugen fortgesetzt. Vorerst sind bis Ende Januar elf Verhandlungstage terminiert. Insgesamt wurden 49 Zeugen und drei Sachverständige geladen.

dpa

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