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Mitteldeutschland Osterreiten in der Lausitz: Mann fällt von Pferd
Region Mitteldeutschland Osterreiten in der Lausitz: Mann fällt von Pferd
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17:15 16.04.2017
Osterreiter sind am Ostersonntag am 16.04.2017 nahe dem Spreewalddorf Klein Radden bei Lübbenau (Brandenburg)unterwegs. Quelle: dpa
Bautzen/Zerkwitz

Segenswünsche von Reitern: Die Lausitz war am Ostersonntag wieder Schauplatz des sorbischen und wendischen Brauches des Osterreitens. Viele katholische Prozessionen gab es im sächsischen Städtedreieck Bautzen-Kamenz-Hoyerswerda in der Oberlausitz. Von Bautzen zogen nach Polizeiangaben rund 70 Reiter in Richtung Radibor. Auch in anderen umliegenden Orten wie Storcha oder Panschwitz waren Dutzende und zum Teil jeweils mehr als 100 Reiter zu sehen. Insgesamt wurde mit 1500 Teilnehmern in der ganzen Region gerechnet.

Die Lausitz war am Ostersonntag wieder Schauplatz des sorbischen und wendischen Brauches des Osterreitens.

Die Polizei sprach von einem weitgehend guten Verlauf der Prozessionen, teilweise waren sie aber zu dem Zeitpunkt nicht beendet. Zu einem Zwischenfall kam es in Schwarzadler in der Gemeinde Radibor: Ein Reiter fiel dort aus ungeklärter Ursache vom Pferd, wie es von den Einsatzkräften hieß. Der 62-Jährige kam verletzt ins Krankenhaus.

Schon seit mehr als fünf Jahrhunderten ist es Tradition, dass die Kreuzreiter in Gehrock und Zylinder singend und betend die Botschaft von der Auferstehung Christi in die Nachbarpfarrei tragen. Die Sorben und Wenden sind ein Volk mit slawischen Wurzeln und siedeln heute nur noch in Brandenburg und Sachsen. In sorbischen/wendischen Orten und Städten gilt die Zweisprachigkeit, zum Beispiel bei Orts- und Straßenschildern und Behördennamen. Als Zentren gelten Bautzen und Cottbus.

In Bautzen gab es in diesem Jahr ein Jubiläum: Nach mehr als 20 Jahren Pause waren 1993 die Kreuzreiter zum ersten Mal wieder in der Spreestadt auf die Pferde gestiegen - in diesem Jahr zum 25. Mal.

Auch im brandenburgischen Spreewald waren am Sonntag Osterreiter mit geschmückten Pferden zu sehen. Beim wendischen Osterreiten ging es nach einem evangelischen Gottesdienst von Zerkwitz aus in umliegende Orte; rund 20 Reiter - darunter auch Frauen - machten mit. Auf ihrem Weg verteilten sie Hoffnungssträuße aus Buchs an Schaulustige und verkündeten die Auferstehung Christi. Das Wetter war durchwachsen, so dass die Reiter sich zwischendurch Regencapes überstreiften.

Auch andernorts waren alte Bräuche zu sehen. In Burg im Spreewald etwa trugen Frauen eine besondere schwarze Festtagstracht samt Hauben beim Kirchgang. Die Männer kamen in Anzügen.

dpa

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