Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -4 ° wolkig

Navigation:
Google+
Ostdeutsche Textilindustrie legt überdurchschnittlich zu

Export stützt Wachstum Ostdeutsche Textilindustrie legt überdurchschnittlich zu

Die ostdeutsche Textil- und Bekleidungsindustrie hat ihre Umsätze überdurchschnittlich gesteigert, bangt aber wegen hoher Energiekosten um ausreichende Investitionsmittel. Im Jahr 2017 legten die Erlöse der Unternehmen um rund drei Prozent auf fast 1,87 Milliarden Euro zu. Das gab der Branchenverband „vti“ gestern in Chemnitz bekannt.

Neben der Entwicklung von technischen Textilen steht hier am Institut auch der Übergang zur Industrie 4.0 im Fokus.

Quelle: dpa

Chemnitz. Die ostdeutsche Textil- und Bekleidungsindustrie hat ihre Umsätze überdurchschnittlich gesteigert, bangt aber wegen hoher Energiekosten um ausreichende Investitionsmittel. Im Jahr 2017 legten die Erlöse der Unternehmen um rund drei Prozent auf fast 1,87 Milliarden Euro zu. Das gab der Branchenverband „vti“ gestern in Chemnitz bekannt.

Den Angaben zufolge wurde ein Umsatzplus von rund 50 Millionen Euro erwirtschaftet. 80 Prozent des Wachstums sei auf den Export zurückzuführen. Bundesweit betrug der Umsatzzuwachs nach vti-Angaben 1,7 Prozent. „Dieses erfreulich gute Ergebnis verdanken wir vorrangig den technischen Textilien beziehungsweise den Textilien mit Spezialfunktionen, die in vielen Gebieten weiter auf dem Vormarsch sind“, sagte vti-Hauptgeschäftsführer Jenz Otto.

Zugleich beklagte die Arbeitgebervereinigung die nach ihrer Ansicht zu hohen Kosten durch die Umlage für erneuerbare Energien sowie Netzentgelte. Jenz Otto sprach von „exorbitanten Belastungen“ und kritisierte „überteuerte Netzentgelte“. Diese würden den Ertrag der Firmen schmälern und so die Finanzierungsgrundlage für Innovationen und Investitionen gefährden. Ausufernde Bürokratie und steigender Regulierungsaufwand würden die Produktivität negativ beeinflussen. Darüber hinaus bereite der Mangel an Fachkräften und Lehrlingen den Textilproduzenten Sorgen. Nach Angaben des vti-Geschäftsführers Peter Werkstätter könnten 60 bis 70 gewerbliche Lehrstellen nicht besetzt werden. Den Angaben zufolge haben im Herbst 245 Azubis eine textile Ausbildung begonnen. Insgesamt würden damit rund 1000 Jugendliche in den ostdeutschen Betrieben einen Textilberuf erlernen.

Auch Fachkräfte zu bekommen, sei schwierig, betonte der Verbandsvorsitzende Friedemar Götz. Die ostdeutschen Textilunternehmen setzen daher auf eine zentrale Ausbildung und Weiterbildung im vogtländischen Plauen. Dort ist ein Kompetenzzentrum geplant, das voraussichtlich ab dem Jahr 2020 zur Verfügung stehen soll.

Der Verband der Nordostdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie (vti) vereint nach eigenen Angaben 180 der 350 Betriebe in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Brandenburg, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern. Die Unternehmen beschäftigen rund 16 000 Mitarbeiter, 14 500 davon in Sachsen und Thüringen.

Von Martin Kloth

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Mitteldeutschland
  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die DNN in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr