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Neuer Rekord: Sachsens Betriebe melden 37 000 freie Stellen

Arbeitsmarkt Neuer Rekord: Sachsens Betriebe melden 37 000 freie Stellen

Der Arbeitsmarkt in Mitteldeutschland hält zumeist gute Nachrichten bereit: Wegen der anhaltend guten Konjunktur nimmt die Beschäftigung weiter zu. Die Nachfrage nach neuen Kräften bleibt ungebrochen hoch. Und die Arbeitslosenzahlen steigen im Juli saisonbedingt nur moderat an.

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Quelle: LVZ

Dresden/Chemnitz. Der Arbeitsmarkt hält für den zurückliegenden Juli zumeist gute Nachrichten bereit: Wegen der anhaltend guten Konjunktur nimmt die Beschäftigung weiter zu. Die Nachfrage nach neuen Kräften bleibt ungebrochen hoch. Und die Arbeitslosenzahlen stiegen saisonbedingt nur moderat an.

Bundesweit sind aktuell 2,518 Millionen Menschen arbeitslos gemeldet – 45 000 mehr als Ende Juni. Das sei vor allem mit dem Ausbildungs- und Schul-ende zu erklären, heißt es bei der Nürnberger Bundesagentur für Arbeit (BA). Im Juni melden sich üblicherweise viele junge Leute nach Ende der Ausbildung oder dem Studium vorübergehend arbeitslos.

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) sieht den Arbeitsmarkt in „guter Verfassung“: Im Vergleich zum Vorjahr sei die Zahl der Arbeitslosen um rund 143 000 zurückgegangen und die der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten um 744 000 gestiegen. Allerdings blieben die Langzeitarbeitslosen von der guten Entwicklung abgehängt, kritisiert Brigitte Pothmer von den Grünen: Nur noch jeder sechste Langzeitarbeitslose, der im Jahr 2016 die Arbeitslosigkeit beendete, habe tatsächlich einen neuen Job gefunden. Zum Vergleich: Im Jahr 2010 schaffte das noch jeder Vierte.

Sachsen: Im Freistaat sind aktuell rund 137 900 Menschen ohne Job. Das sind etwa 2200 mehr als im Vormonat, aber 17 000 weniger als vor einem Jahr, wie Klaus-Peter Hansen, Chef der Landesarbeitsagentur in Chemnitz, mitteilt. Die Arbeitslosenquote steigt damit im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf 6,5 Prozent. Im kommenden Monat rechnet Hansen mit wieder sinkenden Arbeitslosenzahlen. Viele Betriebe hätten ihre Einstellungen auf die Zeit nach Ende der Ferien vertagt.

Aktuell sei die Nachfrage nach neuen Kräften besonders hoch. Sächsische Betriebe meldeten demnach im Juli 10 300 freie Stellen – 530 mehr als im Juni. Insgesamt sind damit rund 37 000 offene Stellen bei den Arbeitsagenturen und Jobcentern im Freistaat ausgeschrieben – so viele wie noch nie. Nach ersten Hochrechnungen sind in Sachsen 1,58 Millionen Frauen und Männer sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Zuwachs von 27 000 Menschen.
Den kräftigsten Beschäftigungsaufbau gab es im Sozialwesen (plus 5500) und im Verarbeitenden Gewerbe (plus 3100).

Dresden: Auch in der sächsischen Landeshauptstadt hat das Ende schulischer und betrieblicher Ausbildung die Arbeitslosenzahlen erwartungsgemäß steigen lassen – um 740 auf insgesamt 19 444. Allein bei den unter 25-Jährigen hätten sich im Juli knapp 28 Prozent mehr arbeitslos gemeldet als im Vormonat, so die Dresdner Agentur für Arbeit. Deren Chef, Thomas Wünsche, erklärte dazu: „Es besteht kein Grund zur Sorge, denn dieser Anstieg wird sich in den nächsten Tagen und Wochen, mit Beginn neuer Ausbildungs- und Beschäftigungsverhältnisse, wieder abbauen.“

Die Arbeitslosenquote stieg um 0,2 Prozentpunkte auf aktuell 6,7 Prozent (Juli 2016: 7,4 Prozent). Von den 19 444 Dresdner Erwerbslosen wurden 13 998 im Jobcenter betreut. Die Zahl der Langzeitarbeitlosen sank im Juli um 34 auf 6859 – das sind mehr als 1000 weniger als im Vorjahr .

Thomas Wünsche verwies kurz vor Beginn des neuen Ausbildungsjahres darauf, dass die rund 600 gemeldeten Bewerber ohne Zusage noch aus knapp 730 „durchaus attraktiven“ Angeboten auswählen könnten. Einmal mehr appellierte er, auch Alternativen zum Traumberuf in Erwägung zu ziehen

Von Andreas Dunte

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