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Mitteldeutschland Neue Leitplanken sollen Autobahnen sicherer machen
Region Mitteldeutschland Neue Leitplanken sollen Autobahnen sicherer machen
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05:00 24.08.2017
Neue Mittelleitplanken sollen Unfälle im Gegenverkehr verhindern. Quelle: Frank Schmidt
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Leipzig

An zähflüssigen Verkehr auf den Autobahnen werden sich Kraftfahrer zunehmend gewöhnen müssen. Denn neben abgenutzten Fahrbahnen werden nun auch schrittweise die Mittelleitplanken in Mitteldeutschland ausgewechselt. Die neuen Super Rails sind höher und wesentlich stabiler. Mit bis zu 110 Zentimeter überragen sie die bisherigen Schutzplanken um ein Drittel. Damit soll verhindert werden, dass Fahrzeuge nach Unfällen auf die Gegenfahrbahn geraten. Während der Bauarbeiten müssen die Fahrbahnbreite und das Tempo auf der Autobahn reduziert werden.

Momentan laufen die Arbeiten auf den Autobahnen 4 und 14. „In diesem Jahr wurden in Sachsen bereits 22 Kilometer umgerüstet“, erklärt Isabel Siebert vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr. Da auch während der Fahrbahnerneuerungen die Sicherheit auf dem Mittelstreifen erhöht werde, seien bislang insgesamt 50 der rund 550 Autobahnkilometer im Freistaat erneuert.

„Demnächst werden auf der A 14 zwischen Leipzig-Mitte und dem Schkeuditzer Kreuz die Schutzeinrichtungen umgebaut. Aktuell laufen auch Umbauten zwischen Leisnig und Döbeln-Nord in beiden Richtungen“, so die Sprecherin. Auf der A 4 gehen diese Arbeiten derzeit zwischen dem Dreieck Dresden-West und Wilsdruff sowie zwischen dem Dreieck Nossen und Berbersdorf vonstatten. Bundesweit werden solche neuen Schutzeinrichtungen installiert, vor allem an Autobahnen. Sachsens Straßenbaubehörde tüftelt aber auch an einem ähnlichen Konzept für Bundes- und Staatsstraßen.

200 Millionen Euro

Nach der Sperrung der linken Fahrspur werden die alten Planken abgebaut. Dann rammen Baumaschinen Stahlpfosten in den Boden, kommen Schutzplankenholme und Deformationsrohre dran – alles für mehr Sicherheit im Straßenverkehr. Bis zu 13 Tonnen schweren Fahrzeugen mit der Wucht des Autobahntempos sollen die Planken künftig standhalten. Die einzige Konkurrenz zum Stahlsystem wären Betonplanken. Weil sie bei Unfällen kaum beschädigt werden, sind sie im Unterhalt günstiger, dafür aber in der Anschaffung teurer. „Die Wahl zwischen einer Stahlschutzeinrichtung und einer Betonschutzwand ist unter anderem vom Standort abhängig“, sagt Siebert. Wäre beispielsweise der Mittelstreifen schmaler als drei Meter, müsste eine Betonschutzwand eingebaut werden. Auch zum Schutz von Brücken und anderen Ingenieurbauwerken seien Betonbarrieren sinnvoll.

Immer wieder gab es in der Vergangenheit Unfälle auf der Gegenfahrbahn, bei denen viele Todesopfer zu beklagen waren. Im Sommer 2014 war auf der A 4 bei Nossen ein Reisebus über die Mittelleitplanke in den Gegenverkehr geraten: Elf Tote waren zu beklagen. Am Dienstag dieser Woche war ein Lkw auf der B 169 bei Riesa in die Mittelleitplanke gekracht. Der 39-jährige Fahrer wurde verletzt. Und gestern früh geriet ein 55-jähriger Fernfahrer auf der A 4 bei Gera aus der Spur, touchierte die rechte Leitplanke, lenkte laut Polizei zu stark gegen, streifte eine Schilderbrücke, durchbrach die Mittelleitplanke und ragte in den Gegenverkehr. Trümmerteile beschädigten weitere Autos, ernsthaft verletzt wurde nur der Lkw-Fahrer.

Damit so etwas künftig seltener passiert, investiert Sachsen in den nächsten zehn Jahren rund 200 Millionen Euro in stabilere Fahrbahntrenner. Rund 15.000 Euro kostet jeder Kilometer Schutzplanke. Der Autoclub ADAC sieht die Super Rails als Fortschritt an. Passive Sicherheit auf den Straßen könne die Unfallfolgen abmindern. Gleichzeitig fordern Interessenverbände wie Mehrsi, die neuen Planken zum Schutz von Motorradfahrern mit einem flexiblen Unterfahrschutz auszurüsten. Darauf werde aus Kostengründen noch zu oft verzichtet. Im vergangenen Jahr kamen auf deutschen Straßen 3206 Verkehrsteilnehmer ums Leben.

Winfried Mahr

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