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Mitteldeutschland Neuausrichtung der Gedenkstätten geplant – Mehr Geld für Stiftung
Region Mitteldeutschland Neuausrichtung der Gedenkstätten geplant – Mehr Geld für Stiftung
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09:02 29.11.2018
Sachsens Gedenkstätten sollen für künftige Generationen neu gestaltet werden, so das Stasi-Museum "Runde Ecke" in Leipzig. Im Bild Leiter Tobias Hollitzer. Quelle: André Kempner
Dresden

Sachsens Gedenkstätten stehen vor einer Neuausrichtung. „Es geht darum, die Gedenkstätten und ihre Geschichte für die Enkel und Ur-Enkel der Zeitzeugen zu gestalten“, sagte Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD) am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Man brauche mehr denn je nicht nur eine Erinnerung an vergangene Verbrechen und Menschenrechtsverletzungen, an die Opfer und die Täter der NS-Zeit und der DDR-Diktatur. „Es geht um eine Mahnung für die Gegenwart und Zukunft.“ Stange rechnet bis zum Sommer 2019 mit einer neuen Gedenkstättenkonzeption.

Von ihr erwarte sie, „dass sie aufzeigt, wie und welche Gedenkstätten künftig gestaltet werden, wie die Vermittlungsarbeit dort entwickelt wird“. Die Konzeption solle auch die Ergebnisse der Evaluierung der Gedenkstätten-Stiftung aufgreifen und mit Vertretern der Opferverbände und Gedenkinitiativen erarbeitet werden. Dafür erhalte die Stiftung im neuen Doppelhaushalt vier zusätzliche Stellen und ein um 500 000 Euro höheres Budget.

„Die Stiftung Sächsische Gedenkstätten wird ab 2019 mit zusätzlichen finanziellen und personellen Ressourcen die Möglichkeit haben, den Aufbau neuer Gedenkstätten – zum Beispiel Kaßberg, Großschweidnitz und das KZ Sachsenburg – die Neugestaltung vorhandener wie die Runde Ecke in Leipzig voranbringen können“, erklärte die Ministerin.

Den Grünen reicht die bisher geplante zusätzliche Förderung nicht aus. Sie verlangten am Mittwoch weitere 500 000 Euro pro Jahr, vor allem für pädagogische Stellen und Bildungsprojekte. „In einer Zeit der komplexen gesellschaftlichen Herausforderungen streben Pegida und Co. nach Ausgrenzung von Fremden und Andersdenkenden, nach Gesinnungskontrolle und der Rückkehr zu Klarheiten, die es nie gab“, sagte die Abgeordnete Claudia Maicher. Orte und Initiativen zur Erinnerung an die DDR-Diktatur und die Menschheitsverbrechen im Nationalsozialismus zeigten, wohin das führen könne.

„Damit es nicht wieder und wieder an der Leistungsfähigkeit der Geschäftsführung scheitert, soll dem Stiftungsrat ermöglicht werden, die Erarbeitung einer Konzeption außerhalb der Stiftung zu beauftragen“, forderte Maicher und verlangte einen breiten Diskurs unter Einbeziehung von Projektträgern, Verbänden und Initiativen.

Die Stiftung Sächsische Gedenkstätten stand in den vergangenen Jahren auch wegen ihres Geschäftsführers wiederholt in den Schlagzeilen. Eine Mitarbeiterin hatte ihm unter anderem eine „diktatorische Machtausübung“ unterstellt. Auch inhaltlich geriet die Arbeit der Stiftung in die Kritik, weil sie sich nach Ansicht mehrerer Opferverbände schwerpunktmäßig vor allem um die Verbrechen der DDR-Diktatur und nicht um die NS-Zeit kümmerte.

dpa

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