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Nach wie vor viel rechte Gewalt in Sachsen

685 Betroffene Nach wie vor viel rechte Gewalt in Sachsen

In Sachsen ist die Zahl rechter Angriffe im vergangenen Jahr leicht zurückgegangen. Dagegen nahm die Zahl der von rechter und rassistischer Gewalt betroffenen Menschen zu, wie die Opferberatung RAA am Dienstag in Dresden mitteilte.

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Im Februar vergangenen Jahres zündeten Nazis den Husarenhof in Bautzen an. Einer von vielen Anschlägen durch Rechtsextreme in Sachsen.

Quelle: dpa

Dresden. Erstmals seit 2012 ist die Zahl rechter Angriffe in Sachsen im vergangenen Jahr wieder leicht gesunken. Insgesamt wurden von der Opferberatung RAA 437 Fälle gezählt, 40 weniger als im Jahr zuvor. Jedoch habe die Zahl der von rechter und rassistischer Gewalt betroffenen Menschen zugenommen, sagte RAA-Fachreferentin Andrea Hübler am Dienstag in Dresden.

Waren im „Rekordjahr“ 2015 noch 654 Menschen Ziel solcher Angriffe, gab es im vergangenen Jahr 685 Betroffene. Zumeist habe es sich um Körperverletzungen (301 Fälle) und Nötigungen oder Bedrohungen (103) gehandelt. „Es ist nach wie vor ein sehr hohes Niveau und nach wie vor kein Grund zu entwarnen“, sagte Hübler.

Schwerpunkt rechter Gewalt sei mit 114 Fällen nach wie vor Dresden - „mit einem deutlichen Vorsprung vor den anderen Regionen“. In Leipzig wurden 50 Fälle registriert. Als neuer Hotspot habe sich der Landkreis Bautzen mit einer Verdreifachung der Fälle erwiesen.

Insgesamt sei Rassismus in 306 Fällen das mit Abstand häufigste Tatmotiv gewesen. In 105 Fällen richteten sich die Angriffe den Angaben zufolge unter anderem gegen Alternative oder allgemeine politische Gegner. „Wir haben 2016 19 Brandstiftungen auf Asylunterkünfte gezählt. Das sind genau so viele wie 2015.“

Die Zahlen der RAA unterscheiden sich in der Regel von der offiziellen Kriminalstatistik. Das liegt unter anderem an abweichenden Bewertungskriterien und daran, dass nicht alle Opfer rechter und rassistischer Gewalt auch wirklich eine Anzeige bei der Polizei erstatten. Laut Hübler liegt die Quote bei etwa 75 Prozent.

dpa

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