Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Mitteldeutschland NPD verpasst Einzug in den sächsischen Landtag um 809 Stimmen - Partei erwägt Anfechtung
Region Mitteldeutschland NPD verpasst Einzug in den sächsischen Landtag um 809 Stimmen - Partei erwägt Anfechtung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:48 09.09.2015
Die NPD hat den Einzug in den Landtag von Dresden knapp verpasst. Quelle: Fredrik von Erichsen
Anzeige

Die Auszählung hatte sich Sonntagnacht zur Zitterpartie entwickelt. Stundenlang hatte es so ausgesehen, als ob die Rechtsextremen nach 2004 und 2009 zum dritten Mal den Einzug in den Landtag schaffen würden. Erst kurz vor Verkündung des vorläufigen amtlichen Endergebnisses war klar, dass sie draußen bleiben. Ausschlaggebend waren die Wähler in Dresden und Leipzig, deren Ergebnisse erst spät gemeldet wurden. Hier schnitt die NPD deutlich schwächer ab als im Landesschnitt.

Trotzdem: Die Rechtsextremen haben weiter ihre Hochburgen in Sachsen. Im Wahlkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge holte die NPD 9,9%, im Wahlkreis Bautzen 5 waren die Rechten sogar bei mehr als 10 Prozent. Auch in Nordsachsen und Meißen war die NPD überdurchschnittlich stark.

Das hohe Ergebnis von fast fünf Prozent für die NPD und fast zehn Prozent für die AfD war am Abend auf den Dresdner Wahlpartys von SPD, Linken, Grünen und Piraten mit Entsetzen beobachtet worden. Zudem formierte sich nach Bekanntgabe der ersten Hochrechnungen ein Demo-Zug durch Dresden, der schließlich vor dem Landtag protestierte. Gegen rassistische Parteien und rückständiges Gedankengut im Landtag lautete die Botschaft der rund 70 Teilnehmer.

Die Rechtsextremen teilten mit, dass sie eine Anfechtung der Landtagswahl nicht ausschließen. Ihr Landesvorsitzender Holger Szymanski begründete das am Montag mit möglichen Unregelmäßigkeiten bei der Stimmenauszählung. Es gebe auch Gerüchte, dass „irgendwelche Beutel“ mit Stimmzetteln verbrannt worden seien. Szymanski bezog sich auf Informationen von Wahlbeobachtern und aus Facebook. „Die NPD hat ihr Wahlziel nicht erreicht“, sagte Szymanski.

dpa / sl

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Wahltag lief für Kreiswahlleiterin Ingrid van Kaldenkerken etwas trübe an: Die Beteiligung war anfangs sehr schwach, außerdem sagten ihr in letzter Minute über 100 ihrer Helfer ab.

09.09.2015

„Diese Wahlbeteiligung ist eine Katastrophe“, sagte SPD-Vizechefin Eva-Maria Stange am Sonntagabend der Nachrichtenagentur dpa. Sollte die rechtsextreme NPD noch einmal in den Landtag einziehen, müsse sich die CDU das anheften.

09.09.2015

Alte Bekannte und ein neues Gesicht: Die sächsischen Parteien ziehen mit gestandenen Spitzenkandidaten in den Wahlkampf. Selbst Frauke Petry von der erstmals in Sachsen antretenden Alternative für Deutschland (AfD) dürfte bereits einen gewissen Bekanntheitsgrad besitzen.

09.09.2015
Anzeige