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Mitteldeutschland Musikschulen verlangen mehr Geld und besser ausgebildete Lehrer
Region Mitteldeutschland Musikschulen verlangen mehr Geld und besser ausgebildete Lehrer
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11:35 06.11.2015
Quelle: dpa
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Musik als Schule fürs Leben: Die Musikschulen in Sachsen stehen bei Eltern und Kindern hoch im Kurs und pochen deshalb auf eine bessere Förderung durch staatliches Geld. „Unsere Lehrer leisten einen wichtigen Auftrag. Denn die Freizeitgestaltung ist eine feste Größe im Leben des Menschen“, sagte der Geschäftsführer des Landesverbandes der Musikschulen in Sachsen, Jörg Clemen, im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Musikunterricht zahle sich im späteren Leben aus.

„Wer ein Instrument spielt, bekommt in der Regel nicht nur soziale Kompetenzen mit auf den Weg, sondern kann durch Musizieren später auch seine Lebensqualität steigern - beispielsweise durch sein Mitwirken in einem Laienensemble. Für sie ist Musik ein Teil ihres Lebens“, sagte Clemen. Auch zur Integration von Migranten oder behinderten Kindern und Erwachsenen würden Musikschulen bereits einen Beitrag leisten. Gleiches gelte für Rentner, die sich mit dem Erlernen eines Instrumentes oft einen Lebenstraum erfüllen.

Clemen listete Mängel in der Ausbildung von Musiklehrern auf. „Wir haben zu wenig Lehrer und schon heute einen akuten Fachkräftemangel“, sagte der 48 Jahre alte Geschäftsführer. Zugleich müssten die beiden sächsischen Musikhochschulen in Dresden und Leipzig anders ausbilden als noch vor Jahren. „Die Angebote der Hochschulen müssen sich stärker auf die spätere Arbeit als Musiklehrer orientieren. Nur als Geigenlehrer kann man heute kaum bestehen. Wer auch noch Theorie lehrt und im Kindergarten unterrichten kann, ist wirklich gefragt.“

„Wir brauchen eine professionelle Vielseitigkeit“, sagte Clemen. Das stelle auch die Frage nach einer angemessenen Bezahlung der Lehrer. „Wir bezahlen unsere Musikschullehrer zu schlecht. Sie verdienen weniger als Grundschullehrer in Sachsen - und das mit einer fatalen Folge. Denn viele Absolventen bleiben nicht in Sachsen, sondern wandern ab.“ In vielen Schulen erhielten fest angestellte Lehrer kein Tarifentgelt. Überhaupt fehle es an einer einheitlichen Bezahlung.

Der Landesverband der Musikschulen strebt eine einheitliche Bezahlung an und will sie denen in normalen öffentlichen Schulen gleichgestellt sehen. Clemen verwies auf das Beispiel von Österreich, wo Musiklehrer Landebedienstete sind. An diesem Wochenende will der Sächsische Musikschulkongress in Leipzig über die veränderte Arbeitswelt der Kollegen debattieren und Schlussfolgerungen ziehen.

Im Musikschulverband Sachsen sind derzeit 24 Schulen organisiert. Insgesamt gibt es knapp 30 öffentliche Einrichtungen dieser Art. Die Zahl der Schüler hat sich seit 1992 auf rund 60 000 verdoppelt. Etwa 600 fest angestellte und 2000 freiberufliche Lehrer geben pro Jahr gut eine Million Unterrichtsstunden. Nach Schätzungen nehmen später nur etwa ein Prozent der Musikschüler ein solches Studium auf. Bis zu diesem Zeitpunkt haben sie im Schnitt schon 10 000 Stunden geübt. Zum Vergleich: Für eine Doktorarbeit werden 4000 Stunden veranschlagt.

dpa

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