Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Mitteldeutschland Mordfall Wunderlich: Prozesstermine bis Weihnachten festgelegt
Region Mitteldeutschland Mordfall Wunderlich: Prozesstermine bis Weihnachten festgelegt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:24 23.01.2017
Richter Klaus Hartmann (M) eröffnet am 12.12.2016 den Prozess im Fall «Wunderlich» im Landgericht Zwickau (Sachsen). Quelle: dpa
Anzeige
Zwickau

Das Gerichtsverfahren zum fast 30 Jahre zurückliegenden Mord an Heike Wunderlich wird zum Mammut-Prozess. Das Landgericht Zwickau hat Termine bis Weihnachten 2017 festgelegt. Am neunten Prozesstag gab erneut der Sachverständige Steffen Schulze vom Landeskriminalamt (LKA) in Dresden detailliert Auskunft zur komplexen Materie der Untersuch von DNA-Spuren.

Die lange Prozessdauer hängt vor allem mit den gesundheitlichen Einschränkungen des Angeklagten zusammen. Der Frührentner aus dem thüringischen Gera ist nach einem Schlaganfall 2012 nur für zwei Stunden pro Tag mit einer Pause dazwischen verhandlungsfähig. Laut Verteidigung kann sich der der 61-Jährige nur stark eingeschränkt verständigen. Ihm wird vorgeworfen, am 9. April 1987 die damals 18 Jahre alte Heike Wunderlich vergewaltigt und erdrosselt zu haben. Der Angeklagte schweigt zu den Vorwürfen.

Helmut S. war wegen weiter verfeinerter Untersuchungsmethoden anhand seines genetischen Fingerabdrucks im Februar 2016 ermittelt worden. „Es ist das zentrale Beweismittel“, sagte der Vorsitzende Richter Klaus Hartmann. „Da versucht man, alle Ungereimtheiten auszuräumen.“

Wie bereits in der Vorwoche erläuterte der Sachverständige, dass die im BH-Träger gefundene männliche DNA zweifelsfrei vom Angeklagten stammt. Das genetische Material wurde aus einer Mischspur gewonnen, die nur die Eigenschaften des Opfers und des Tatverdächtigen aufwiesen. Laut Schulze betrage die Wahrscheinlichkeit, dass die männliche DNA zu einer unbekannten dritten Person gehöre, 1:73 Milliarden.

Wie die Nebenklage am Montag bestätigte, soll jede Woche jeweils montags und mittwochs verhandelt werden. Für den März ist ein zusätzlicher Donnerstagtermin vorgesehen. Im Juli soll es eine vierwöchige Prozesspause geben. Statt der ursprünglich zunächst elf terminierten Verhandlungstage sind nun für dieses Jahr mehr als 90 Tage geplant.

Der Prozess wird am Mittwoch (9.00 Uhr) fortgesetzt. Dann soll erneut der LKA-Wissenschaftler zu Interpretation von Spuren und früheren Untersuchungen aussagen.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Leipziger Zoo muss wegen einer EU-Verordnung zur Erhaltung der einheimische Tier- und Pflanzenwelt seine chinesischen Kleinhirsche töten.

23.01.2017

Volle Autobahnen und Züge: Mehr Pendler aus anderen Bundesländern nehmen für einen Job in Sachsen teils lange Wege in Kauf. Die Zahl der Auspendler aber liegt immer noch darüber.

23.01.2017

Sachsens Wachpolizei hat Probleme: nur 20 Prozent der Bewerber kommen ins Auswahlverfahren. Jeder achte besteht den Test für den Kurzlehrgang mit anschließendem Waffenschein nicht. Das CDU-geführte Innenministerium setzt jedoch weiter auf die billige Hilfspolizeitruppe.

23.01.2017
Anzeige