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Merkel-Worte zur Homo-Ehe finden in Sachsen geteiltes Echo

Gleichstellung Merkel-Worte zur Homo-Ehe finden in Sachsen geteiltes Echo

Die Debatte um die Homo-Ehe wird emotional geführt. Sächsische CDU-Politiker sehen keinen Änderungsbedarf, die AfD schon gar nicht.

Die „Ehe für alle“ bleibt auch in Sachsen weiterhin umstritten.

Quelle: dpa

Dresden. Die „Ehe für alle“ bleibt auch in Sachsen umstritten. Nach den einlenkenden Worten von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sahen ihre sächsischen Parteifreunde am Dienstag keinen Veränderungsbedarf. „Mit der Ehe für Frau und Mann und der Eingetragenen Lebenspartnerschaft für verbindliche Partnerschaften von zwei Frauen oder zwei Männern haben wir in Deutschland vernünftige Rechtsnormen. In Deutschland kann jeder nach seiner Fasson glücklich werden. Das ist gut so“, sagte CDU-Generalsekretär Michael Kretschmer der Deutschen Presse-Agentur. Er ist zugleich Chef der sächsischen CDU-Landesgruppe im Bundestag.

Merkel war am Montagabend vom klaren Nein der CDU zur gleichgeschlechtlichen Ehe abgerückt. Am Dienstag hob sie für die von der SPD verlangte Bundestagsabstimmung über die Ehe für alle den Fraktionszwang in der Union auf. Die CDU-Chefin sagte nach Teilnehmerangaben in der Sitzung der Unionsbundestagsfraktion, es gehe bei der Abstimmung um eine Gewissensentscheidung. Deswegen könnten die Abgeordneten frei abstimmen.

Die Spitze der Unionsfraktion hatte sich gegen eine rasche Abstimmung über die völlige Gleichstellung homosexueller Partnerschaften mit der Ehe noch vor der Bundestagswahl ausgesprochen. „Es besteht keine Notwendigkeit für eine überstürzte Entscheidung“, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion im Bundestag, Michael Grosse-Brömer (CDU).

SPD und Grüne in Sachsen plädierten für eine völlige Gleichstellung. „Es ist Zeit für gleiche Rechte für alle Liebenden“, sagte SPD-Generalsekretärin Daniela Kolbe. Wer sich liebt, sollte auch die Ehe schließen können. Merkel habe in typischer Manier keine klare Haltung zu dem Thema bezogen. Die Äußerungen von Kretschmer zeigten eine verstaubte Weltsicht der Union.

Genau wie Kolbe forderte auch Grünen-Politikerin Christin Melcher eine rasche Abstimmung im Bundestag: „Es gibt die historische Chance, bereits diese Woche die Ehe für alle im Bundestag zu beschließen. Menschlichkeit und Gerechtigkeit dürfen jetzt nicht für taktische Spielchen in der Koalition geopfert werden.“ Dies sei eine Frage des Anstandes gegenüber dem Großteil der Bevölkerung, die dieses Anliegen unterstützt.

Die AfD bleibt bei ihrem „Nein“ zur Öffnung der Ehe für homosexuelle Paare und hofft, dadurch konservative Wähler an sich binden zu können. „Man muss Angela Merkel fast schon dankbar sein, überlässt sie doch damit aus rein machttaktischen Erwägungen der AfD ein Alleinstellungsmerkmal in der deutschen Parteienlandschaft“, erklärte die AfD-Vorsitzende Frauke Petry. 

Für den Familienbund der Katholiken in den Bistümern Dresden-Meißen und Görlitz ist der Fall dagegen klar: „Die Ehe ist ein Bund zwischen Mann und Frau. Für uns Katholiken ist die Ehe geprägt von drei Grundzügen: Sie ist eine lebenslange Bindung, sie besteht zwischen Mann und Frau und beinhaltet die prinzipielle Bereitschaft, Leben weiterzugeben“, sagte Vorsitzender Michael Hannich. Ein Verweis auf dieses Eigenprofil der Ehe bedeute keine Diskriminierung von Menschen in gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften. Die „Ehe für alle“ sei auch verfassungsrechtlich bedenklich, weil das Grundgesetz einen besonderen Schutz für Ehe und Familie vorsieht.

dpa

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