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Mehr schwere Arbeitsunfälle in Sachsen - weniger Kontrollen

Arbeitsschutz Mehr schwere Arbeitsunfälle in Sachsen - weniger Kontrollen

In Sachsen ist die Zahl schwerer Arbeitsunfälle im vergangenen Jahr weiter gestiegen. Zugleich sank die Zahl der Kontrollen der Arbeitsschutzmaßnahmen in Betrieben erneut - das ist die wenig erfreuliche Bilanz zum Arbeitsschutz 2016 im Freistaat.

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Quelle: dpa

Dresden. In Sachsen ist die Zahl schwerer Arbeitsunfälle im vergangenen Jahr weiter gestiegen. Zugleich sank die Zahl der Kontrollen der Arbeitsschutzmaßnahmen in Betrieben erneut - das ist die wenig erfreuliche Bilanz zum Arbeitsschutz 2016 im Freistaat.

Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums wurden 238 schwere Unfälle gemeldet, 12 mehr als 2015. 13 Menschen kamen dabei ums Leben - einer weniger als im Vorjahr. Das entspricht einer Zunahme der schweren Arbeitsunfälle um gut fünf Prozent. Besondere Schwerpunkte waren das Baugewerbe, die Land- und Forstwirtschaft, die Fischerei, das verarbeitende Gewerbe und der Bergbau.

Die Zahl der schweren Arbeitsunfälle steigt seit Jahren. Zugleich nahm die Zahl der Arbeitsschutzkontrollen 2016 weiter ab. Laut Ministerium wurden 3745 Betriebe überprüft. Ein Jahr zuvor waren es noch 4014. Auch die Zahl der Kontrollen auf Baustellen, Messen und Märkten sank von 4057 im Jahr 2015 auf 3708.

Das Wirtschaftsministerium begründete die sinkende Zahl der Überprüfungen auch mit Personalmangel. Seit Jahren verzeichne die Arbeitsschutzverwaltung mehr Aufgaben bei starkem Rückgang des Personals in Folge von Ruheständlern und Vorgaben zum Stellenabbau, hieß es. Die Konsequenz sei ein „überproportionaler Rückgang der Außendiensttätigkeiten“. In den vergangenen Haushaltsverhandlungen sei aber festgeschrieben worden, dass die durch Altersabgang frei werdenden Stellen wieder besetzt werden können.

Wirtschaftsstaatssekretär Stefan Brangs (SPD) bedauerte den erneuten Anstieg der Arbeitsunfälle. Die Ursachen dafür seien vielschichtig. „Diesem Trend müssen wir mit geeigneten Maßnahmen gegensteuern“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Mit Initiativen zur Verhütung von Arbeitsunfällen und berufsbedingten Erkrankungen seien bereits erste Schritte erfolgt.

Die Zahl der Betriebskontrollen sinkt seit Jahren kontinuierlich. Schon Ende 2015 hatte Brangs darauf verwiesen, dass sie nicht einmal mehr 20 Prozent der im Jahr 2000 vorgenommenen Kontrollen entspreche.

Die Kosten, die den Versicherungsträgern aus Arbeitsunfällen entstehen, sind enorm. Nach Angaben der Unfallkasse Sachsen, die alle Arbeitsunfälle im Bereich der öffentlichen Hand abdeckt, wurden allein dort im vergangenen Jahr Heilbehandlungs- und Rehabilitationskosten in Höhe von knapp 18,9 Millionen Euro übernommen - fast 480 000 Euro mehr als im Vorjahr. Aktuelle Zahlen der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, dem Spitzenverband der Berufsgenossenschaften, lagen noch nicht vor.

dpa

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